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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2018
Geborgen und unbehaust
Was Religion über Heimat sagt
Der Inhalt:

»Die Wirtschaft neu organisieren«

Die SPD braucht eine völlig neue Ausrichtung, sagt Annika Klose. Fragen an die Berliner Juso-Vorsitzende

Publik-Forum: Sie haben neulich gesagt, die Sozialdemokratie sei stark, wenn sie eine Vision hätte. Was meinen Sie damit?

Annika Klose: Dass der SPD der Kompass verloren gegangen ist. Sie hat mit vielen kleinen Maßnahmen in vielen kleinen Bereichen aufgewartet. Doch viele fragen sich: Wo soll es eigentlich hingehen?

Und wo soll es hingehen?

Klose: Wir brauchen eine glaubwürdige sozialdemokratische Politik. Die viel mehr für freiheitliche Solidarität steht und die auf alle Lebensbereiche runtergebrochen werden kann. Viele Menschen haben Sorgen, fühlen sich bedroht, das ist ja auch verständlich. Wir haben den globalisierten Kapitalismus, in dem vieles nicht nationalstaatlich entschieden werden kann. Und das ist natürlich auch eine Aushöhlung unserer Demokratie. Weil wir auf viele Bereiche gar keinen Einfluss mehr haben.

An welche denken Sie da zuerst?

Klose: An die Wirtschaft und die Arbeit. Da müssen wir auch auf europäischer Ebene etwas ändern, aber auch versuchen, den Werktätigen innerhalb der Betriebe mehr Freiheiten und Möglichkeiten zu geben, sich einzubringen. Das stärkt die Demokratie. Wir müssen weg von dieser massiven Fixierung auf das Parlament hin zur Lebenswirklichkeit der Menschen. Wir brauchen ein soziales Sicherungssystem, bei dem die Menschen auch wissen, dass sie sich darauf verlassen können: Sie haben ein Recht auf Arbeit, ihre Lebensrisiken werden solidarisch abgefangen, und sie bekommen die Möglichkeit, sich zu qualifizieren. Das würde schon vielen Menschen Sicherheit bieten.

Machte sie das auch immun gegen p