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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2019
Raus aus der Angst!
Kirchentag 2019. Worauf man vertrauen kann
Der Inhalt:

Was für ein Misstrauen!

Wo verläuft die Trennlinie zwischen Kritik an Israel und Antisemitismus? Diese Debatte spaltet erneut den Kirchentag

Bei den Themen Nahostpolitik und Antisemitismus agiert auch der Kirchentag nicht souverän, sondern zeigt sich tief gespalten. Wie in Berlin 2017 gab es auch in Dortmund offizielle Podien zu diesen Fragen, bei denen die »üblichen Verdächtigen« aus Wissenschaft und Politik mit dem Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung Felix Klein oder dem Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland Josef Schuster debattierten. Und es gab einen eigenen Thementag außerhalb des Programms, veranstaltet von Kairos Palästina-Solidaritätsnetz Deutschland und der Bielefelder Nahost-Initiative. Unter dem Motto »Die Lage spitzt sich zu« trafen sich in der Paul-Gerhard-Kirche all jene, die vom Kirchentagspräsidium offensichtlich als »Schmuddelkinder« angesehen werden. Wegen ihrer Unterstützung oder ihrer Nähe zur BDS-Kampagne (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen) waren sie teils erst zu Beginn des Kirchentags von offiziellen Veranstaltungen ausgeladen worden. Denn dort darf nur auftreten, wer zur BDS-Kampagne gebührenden Abstand hält.

Zur Erinnerung: 2005 hatten rund 170 palästinensische Gruppierungen dazu aufgerufen, Israel wirtschaftlich, politisch und kulturell zu boykottieren, solange die Rechte der Palästinenser missachtet werden. Zahlreiche zivilgesellschaftliche Gruppen haben sich weltweit angeschlossen. Kritiker sehen in der Kampagne Antisemiten am Werk. In Deutschland hat die BDS-Kampagne mittlerweile den Rang einer Glaubensfrage erreicht, die geeignet ist, evangelische Christen zu spalten.

Die Auseinandersetzung miteinander ist für beide Seiten nicht einfach, für manchen vielleicht schwer erträglich. Aber sagte nicht