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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2018
Die geheimnisvolle Kraft der Kreativität
Der Inhalt:

VORGESPRÄCH: Was ist ein Blutmond?

Wieso sollte man die totale Mondfinsternis am 27. Juli nicht verpassen? Fragen an Carolin Liefke, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Haus der Astronomie in Heidelberg

Publik-Forum: Frau Liefke, freuen Sie sich schon auf den Abend des 27. Juli?

Carolin Liefke: Das tue ich in der Tat – und ich hoffe natürlich auf gutes Wetter und einen freien Blick, damit wir die Mondfinsternis auch gut sehen können! Das ist ja ein schönes Naturschauspiel, das man sich gemütlich im Liegestuhl anschauen kann, ohne dass man große Teleskope auspacken müsste oder andere Ausrüstung bräuchte.

Was sieht man da genau?

Liefke: Bei einer Mondfinsternis läuft der Mond in den Schatten, den die Erde ins Weltall wirft. Zuerst wird er nur teilweise abgedunkelt, wobei wir diese Phase diesmal gar nicht zu sehen bekommen, weil sie abläuft, bevor der Mond überhaupt aufgegangen ist. Was wir sehen werden, ist die Phase der totalen Finsternis oder »Totalität« – ein Mond, der eine rötliche Färbung hat. Das liegt an der indirekten Beleuchtung, denn das Licht nimmt sozusagen den doppelten Weg: Es kommt von der Sonne zur Erde, wird von der Erde zum Mond reflektiert und kommt vom Mond zu uns zurück.

Das nennt man auch Blutmond, oder?

Liefke: Ja, wobei wir Astronomen diesen Begriff nicht so gerne hören, weil er so sensationsheischend klingt. In früheren Zeiten war dieses Phänomen für die Menschen natürlich unerklärlich und rief mindestens Verwunderung hervor. Wie Mondfinsternisse überhaupt zustande kommen, hat man schon in der Antike verstanden. Seit vielen Jahrhunderten wussten die Menschen daher, wann diese Finsternisse stattfinden, und konnten sich geistig darauf vorbereiten. Was man lange nicht verstanden hat, war diese Farbe. Dazu musste man mehr über