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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2018
Die geheimnisvolle Kraft der Kreativität
Der Inhalt:

Die Banken und das Bombengeschäft

von Bettina Röder, Alice Grünfelder vom 06.07.2018

Es ist ein Bombengeschäft mit den Atombomben! Die Rede ist von deutschen Kreditinstituten, die mit Milliardenbeträgen die Herstellung von Atomwaffen finanzieren und sich so am weltweiten nuklearen Wettrüsten beteiligen. Das ist in einer Studie nachzulesen, die jüngst von der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) und der niederländischen Friedensorganisation PAX vorgestellt wurde. Seit Januar 2014 haben demnach zehn deutsche Finanzdienstleister insgesamt rund 10,37 Milliarden US-Dollar (8,41 Milliarden Euro) den Atomwaffen-Produzenten zur Verfügung gestellt. Die Volks- und Raiffeisenbanken verkaufen das tödliche Investment sogar über den Fonds UniGlobal an Privatanleger – zum Beispiel für die Riester-Rente. Besonders auffällig ist allerdings die Finanzspritze der DZ-Bank, dem Zentralinstitut von rund tausend Genossenschaftsbanken. Die hat ihr Investment in Atomwaffenhersteller von 66 Millionen auf 470 Millionen US-Dollar erhöht. Allein mit 400 Millionen Dollar unterstützt sie die US-amerikanische Rüstungsfirma Northrop Grumman. Das Unternehmen produziert Atomraketen für das US-Arsenal und ist auch am britischen Atomwaffenprogramm beteiligt. Größter Finanzier ist allerdings hierzulande die Deutsche Bank. Im Vergleich zur vorangegangenen ICAN-Studie aus dem Jahr 2013 sind deren Investitionen in das Atomgeschäft von 5,15 Milliarden auf 6,62 Milliarden US-Dollar gestiegen. Doch immerhin scheint die Studie des Friedensnobelpreisträgers ICAN nicht ohne Wirkung geblieben zu sein: Die Deutsche Bank hat angekündigt, ihre Geschäftsbeziehungen zu Atomwaffen-Herstellern zu beenden. So jedenfalls steht es in einer neuen Richtlinie des Geldinstituts. Ob die umgesetzt wird, bleibt abzuwarten.

Widerstand regt sich auch in der Schweiz. »Schweizer Waffen, Schweizer Geld morden jetzt in aller Welt!«, skandieren Friedensbewegte allenthalben dort. Denn die Schweizer Kriegsmaterialexporte haben sich seit 2001 mehr als verdoppelt und 2017 mit 500 Millionen Franken einen traurigen Höhepunkt erreicht. Die Liste der Großbanken wird dabei von der UBS angeführt, die seit Januar 2011 etwa fünf Milliarden US-Dollar in Atomwaffen- und Streumunition-produzierende Firmen investiert hat. Um zu verhindern, dass mit Schweizer Geld die Rüstungsindustrie weiter finanziell unterstützt wird, Atomwaffen und Streumunition produziert werden, fordert die

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