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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2019
Was ist heilig?
Der Inhalt:

Rausgeworfenes Geld

Das Gute-Kita-Gesetz ist in Kraft. Doch den Kindern bringt das wenig

Manchmal kommt es schlimmer, als man denkt. Schon vor Einführung des »Gute-Kita-Gesetzes« warnten Experten, durch diesen unausgegorenen Vorstoß des Bundes würde sich für die Kinder nichts verbessern. Nun, ein halbes Jahr nach Inkrafttreten des Gesetzes, zeigt sich: Die Kritiker werden wohl recht behalten. Obwohl die Mehrheit der Kinder mittlerweile mindestens 35 Stunden in der Woche in Krippen und Kindergärten verbringt, ist die Qualität vieler Einrichtungen nachweislich ungenügend. Für viele der Kleinsten ist es eigentlich unzumutbar, was sie dort erleben müssen: wenig Aufmerksamkeit, häufige Wechsel der Bezugspersonen, Erzieher und Erzieherinnen, die sich im Schichtbetrieb um viel zu viele Kinder kümmern müssen.

Und daran wird sich so schnell nichts ändern. Denn jedes Bundesland kann nach Gutdünken entscheiden, wie es mit dem Geldsegen aus Berlin umgehen will – und die meisten Länder planen, ihn zu nutzen, um die Kitabeiträge zu senken. Sprich: Der Kitabesuch wird billiger, aber nicht besser.

Das aber ist fatal. Gerade besser verdienende Eltern wären durchaus willens und in der Lage, für eine qualitativ hochwertige Betreuung ihrer Kinder mehr auszugeben. Ihnen jetzt Geld zu schenken ist nicht nur unsinnig, sondern auch sozial ungerecht. Denn das Geld fehlt dann dort, wo es dringend gebraucht wird. Schließlich gibt es Kinder, die auf eine – gute! – außerfamiliäre Betreuung angewiesen sind, die von – hochwertigen! – Bildungsangeboten tatsächlich profitieren würden: Kinder, deren Eltern nicht gut Deutsch sprechen, zum Beispiel. Kinder, die in Armut aufwachsen. Kinder, die zusätzliche Förderung brauchen. Doch wenn Kitas eine solche Arbeit leisten sollen, wenn sie tatsächlich zu Bildungseinrichtungen w