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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2019
Was ist heilig?
Der Inhalt:

In der Schaltzentrale für die Zukunft

von Viola Rüdele vom 21.06.2019
In Dortmund planen zwanzig Fridays-for-Future-Aktivisten einen Kongress für 3000 junge Menschen im Sommer. Sie wollen nichts weniger als die Welt verändern – und noch viel mehr Jugendliche zu Klimarettern machen

Der Raum erinnert an eine Turnhalle. Auf dem Kunststoffboden sitzen, knien und liegen zwanzig Jugendliche im Kreis. Sie sind zwischen 13 und 23 Jahre alt. »Wer kann eine Packliste schreiben?«, fragt die 18-jährige Ragna. Sie führt an diesem Freitagabend durch die Tagesordnung. Einer meldet sich per Handzeichen, zückt sein Handy und vermerkt die Aufgabe darin als Notiz. Etliche arbeiten parallel am Laptop oder checken am Smartphone die Nachrichten. »Habt ihr mitbekommen, dass Österreich Glyphosat verboten hat?«, fragt einer in die Runde. Manche haben einen Block vor sich liegen und machen sich handschriftlich Notizen. Zwischendurch greifen sie zu Äpfeln, Erdbeeren oder Nüssen.

Die Fridays-for-Future-Aktivisten sind von Freitag bis Sonntag zusammengekommen, um den Sommerkongress der Bewegung vorzubereiten, der vom 31. Juli bis 4. August in Dortmund stattfinden wird. Auf dem Kongress sollen sich die jugendlichen Klimaretter aus ganz Deutschland austauschen und vernetzen.

Sie haben sich in einer Wohnung im ersten Stock eines mehrgeschossigen Gebäudes, mitten in Dortmund, versammelt. Es ist die Schaltzentrale für die Planung des Sommerkongresses von Fridays for Future und zugleich eine Aktivisten-Wohngemeinschaft auf Zeit.

Derzeit wohnen dort fünf Personen. Eine von ihnen ist Ragna. Sie war schon bei der ersten Fridays-for-Future-Demo am 14. Dezember in Göttingen dabei. Seitdem gehört sie verschiedenen Planungsteams an – zuerst dem in Göttingen und jetzt, nach ihrem Abitur, auch dem für den Kongress in Dortmund. Eigentlich wollte sie im Sommer mehrere Wochen mit dem Zug durch Europa reisen. Das schon gekaufte Interrail-Ticket hat sie zurückgegeben. »Ich möchte das Klima retten. Ich hab Lust auf Zukunft«, sagt die junge, schlanke Frau mit langen blonden Haaren und einer großen Brille im Gesicht.

Keine Scheu vor großen Projekten

Was die Jugendlichen planen, ist ein Mammutprojekt. Fünf Tage mit 3000 Fridays-for-Future-Aktivisten, 200 Workshops, fünf Podien. Hinzu kommen zwei große Bühnenprogramme, eins zum Auftakt und eins zum Abschluss. 300 000 Euro wird das Ganze wohl kosten. Dabei versuchen die Organisatoren, möglichst viele Materialien unentgeltlich zu bekommen. Sie bitten Referenten, auf Honorar zu verzichten und werben um Spenden.

Diese jungen Menschen –

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