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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2018
Streit ums Abendmahl
Der Ökumene droht der Totalschaden
Der Inhalt:

Aufgefallen: Der Unbeugsame

Während die Welt im Fußballfieber ist, weist Regisseur Oleg Senzow auf die Verletzung der Menschenrechte in Russland hin. Und riskiert sein Leben

Das Leben von Oleg Senzow hängt am seidenen Faden. Genauer an der Frage, ob er seinen Hungerstreik überlebt, während die Welt im Fußballfieber ist. Denn zu diesem Zeitpunkt riskiert der inhaftierte Regisseur sein Leben, um die Welt an Russlands Rolle auf der Krim und in der Ost-Ukraine zu erinnern. Wie viele andere – Reporter ohne Grenzen etwa oder Human Rights Watch – will er anlässlich der WM auf die Menschenrechtsverletzungen durch Putin aufmerksam machen. Zu Beginn des Eröffnungsspiels Russland gegen Saudi-Arabien war er seit 31 Tagen im Hungerstreik. Weltweit, in 78 Städten, gab es für ihn Aktionen, Tausende Künstler und Kulturinstitutionen haben sich für seine Freilassung eingesetzt. Hanna Schygulla, Wim Wenders, Herta Müller und Volker Schlöndorff gehören dazu.

Der 41-jährige auf der Krim geborene Russe ist seit vier Jahren inhaftiert. Ihm wurde Terrorismus unterstellt. Verurteilt wurde er zu zwanzig Jahren Haft. Er sitzt im Lager für Schwerkriminelle im westsibirischen Labytnangi hinter dem Polarkreis, mehr als 5000 Kilometer von seiner Heimat auf der Krim entfernt. Seine Forderung: Alle politischen Gefangenen aus der Ukraine sollen aus russischen Gefängnissen entlassen werden. Seine eigene Freilassung fordert er nicht.

Der alleinerziehende Vater und Filmemacher fiel vor dem Maidan-Aufstand politisch nicht auf. Bekannt geworden war er 2012 mit seinem preisgekrönten Spielfilm »Gamer« über einen professionellen Computerspieler und dessen Läuterung. Als im Herbst 2013 die Proteste auf dem Maidan begannen, wurde er ein überzeugter Gegner des später nach Russland geflüchteten Präsidenten Viktor Janukowitsch. Endgültig eckte er nach der