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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2016
Schenkt ihnen nicht eure Angst!
Wie rechte Populisten die Gesellschaft spalten
Der Inhalt:

Der Letzte Brief (Vorsicht Satire!): Lieber Herr Gauck,

mit Interesse habe ich von Ihrer Ankündigung gehört, nicht noch einmal als Bundespräsident zu kandidieren. Wie Sie wissen, trete ich bei den US-Präsidentschaftswahlen im November an. Aber, ganz im Vertrauen, ich suche auch nach einer Perspektive, falls aus meinem Sieg wider Erwarten nichts wird. Wie wäre es, wenn wir uns demnächst mal ganz unverbindlich in Berlin zum Austausch treffen würden? Die Presse dürfen Sie gerne unter der Hand informieren. Mein Interesse, Sie in Ihrem Amt zu beerben, muss nicht verborgen bleiben.

Rechtliche Hürden sehe ich keine. Mein Großvater Friedrich Trump stammt aus dem pfälzischen Kallstadt. Stolz bin ich auch auf meinen deutschen Schäferhund. Horsty ist bissig und gleichzeitig treu ergeben. Schon wäre das Problem mit der Staatsbürgerschaft gelöst.

Und ich denke, viele Deutsche würden sich über einen US-deutschen Bundespräsidenten freuen. Es wäre auch eine ehrliche Lösung. Politisch ziehen wir ja schon lange bei Ihnen die Strippen. Unsere Atomwaffen lagern bei Ihnen. Unser Geheimdienst NSA hilft schon heute bei der politischen Meinungsbildung – und hat ein offenes Ohr für Geschäftsgeheimnisse deutscher Unternehmen. Unser Wirtschaftssystem haben Sie längst verinnerlicht, Ihre Kanzlerin ist begeistert von unserem Freihandelsabkommen TTIP, mit den paar Protestlern werden wir schon noch fertig. Absprachen im Rahmen der Nato würden auch viel einfacher, wenn ich an der Spitze Ihres Landes stünde. Darf ich eigentlich als Ihr Präsident die Bundeswehr dort hinschicken, wo es brennt? Die Ukraine könnte militärische Hilfe gut gebrauchen! Solche Kleinigkeiten können wir ja noch besprechen. Ich habe den Eindruck, Ihr Land ist längst bereit für einen