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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2012
Heilsame Netze
Warum wir andere Menschen brauchen
Der Inhalt:

»Verborgen unter dem Staub der Politik«

Ein Instrument der Zivilgesellschaft wird im Iran immer wichtiger: der Film als Form des Widerstands

Es ist ein Film über die Trennung eines Paares. Über die Sehnsucht der Frau, Teheran zu verlassen. Und auch ein Streifen über Menschen, die an religiösen Gefühlen zweifeln. Am 27. Februar dieses Jahres wurde der iranische Film »Nader und Simin – eine Trennung« mit dem Oscar für den besten nichtenglischsprachigen Film ausgezeichnet. Es war der erste iranische Film, der diese hohe Ehrung erhielt. Ein Jahr zuvor hatte er bei den Filmfestspielen in Berlin den Goldenen Bären gewonnen. Im Land selbst hat das Ärger gebracht. Den herrschenden Klerikalen sind alle Anerkennungen von iranischen Filmen durch internationale Festivals ein Dorn im Auge. Sie sind für sie die Bestätigung für den westlichen Sittenverfall, auch im iranischen Film.

»Es ist mir eine Ehre, diesen Preis den Menschen in meinem Land, die alle Kulturen und Zivilisationen wertschätzen und Feindseligkeit und Ressentiments verachten, zu überreichen. Ich nehme ihn in Empfang, während überall unter den Politikern von Krieg, Gewalt und Abneigung die Rede ist.« Mit diesen Worten nahm der iranische Regisseur und Autor Asghar Farhadi den Oscar entgegen. Er wies damit auf den eskalierenden Atomstreit zwischen Teheran und dem Westen hin. »Die Menschen im Iran wollen etwas anderes, sie wollen Freiheit und Versöhnung«, war seine unausgesprochene Botschaft.

Der preisgekrönte Streifen beweist einmal mehr, dass das iranische Kino zu einem wichtigen Instrument der zivilen Gesellschaft geworden ist. Es weckt bei den Zuschauern der westlichen Länder Interesse, weil viele dieser Filme nicht bloß exotisch sind, sondern auch das wahre Leben der Menschen im Iran schildern. Zugleich ve