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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2019
Auf der Kippe
Welche Zukunft hat die evangelische Kirche?
Der Inhalt:

Die Stunde der Jungen

von Britta Baas vom 07.06.2019
Fridays for Future, YouTuber wie Rezo und LeFloid: Bewegungen laufen den Parteien gerade den Rang ab. Sie sind Teil einer Generation, die hilft, die Alten in die Zukunft zu integrieren

In dem Augenblick, in dem Geschichte stattfindet, erleben Menschen Gegenwart«, schreiben Claus Leggewie und Harald Welzer in ihrem Buch »Das Ende der Welt, wie wir sie kannten«. Ein Politologe und ein Sozialpsychologe denken darin über Klimapolitik und Zukunft nach, über Demokratie und die Frage: Warum tun wir eigentlich nicht, was wir wissen?

Wir wissen, dass die Erderhitzung unser aller Leben bedroht. Dass wir etwas dagegen tun müssen – und die Parteiendemokratie nicht in der Lage zu sein scheint, die eigenen Klimaziele zu verwirklichen. Wir wissen, dass die Gesellschaft tief gespalten ist. Dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht. Und dass die neue religiöse, ethnische und kulturelle Vielfalt nicht allen gefällt. Während die einen diese Vielfalt gemeinsam gestalten, wehren sich die anderen mit Händen und Füßen gegen genau das. Es soll alles so sein, wie es einmal war! Die Ordnung der Gesellschaft soll weiß, dominant-christlich und männlich bleiben. Aber so kann sie nicht sein, weil sie nicht mehr so ist.

Geschichte findet statt. Wenn wir einmal zurückblicken auf das Jahr 2019, werden wir sehen, dass die Jungen mehr als die Alten in der Lage waren, die Herausforderungen anzunehmen. Die Schülerbewegung Fridays for Future kämpft für Klimaziele, deren Einhaltung allein wohl unser Leben zu retten in der Lage ist. Bekannte Youtuber wie LeFloid und Rezo kritisieren die in der Gegenwart strategisch hilflose Politik. Sie fordern: Denkt endlich über eure Nasenspitze hinaus! Und über die nächsten Wahlen! Und dann sind da noch diese vielen, vielen Integrationsprojekte der Generation der unter Dreißig-Jährigen, die zeigen, um was es jetzt geht: die über Sechzig-Jährigen in die Zukunft zu integrieren.

»Nur gemeinsam können wir unsere Gesellschaft respektvoll und offen für alle gestalten«, heißt es in der aktuellen Ausschreibung für den »Deutschen Integrationspreis 2019«. 44 (!) Projekte buhlen darin um Aufmerksamkeit und Unterstützung für Integration. Bemerkenswert daran ist nicht nur die Zahl. Bemerkenswert ist vor allem, wie Integration hier verstanden wird. Es geht nicht darum, wie sich »die Neuen« in der Gesellschaft – Geflüchtete, Migranten, Ausländerinnen auf Arbeitssuche – am besten assimilieren. Es geht vielmehr darum, gemeinsam mit In- und Ausländern, mit Etablierten und Nicht-Etablierten ein lebenswertes Miteinander zu

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