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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2017
»Überall schwindet das Vertrauen«
Norbert Lammert über Medien, Demokratie und Kirche
Der Inhalt:

Alle lieben Eckart

von Thomas Seiterich vom 09.06.2017
Mit Humor gegen Angst: Der Arzt und Kabarettist Eckart von Hirschhausen begeistert die Kirchentagsbesucher

Die Kirchentagsbewegung zählt viele Prominente. Seit Berlin hat sie einen neuen Star. Der Sympathieträger stammt aus den eigenen Reihen. Man kennt ihn aus dem Fernsehen. Sein Name: Dr. med. Eckart von Hirschhausen.

Kaum ein anderer – abgesehen von der Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au und dem EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm – bewältigt so viele Auftritte im Kirchentagsprogramm wie der Arzt, Kabarettist und Entertainer. Acht Mal tritt der 49-Jährige vors Publikum. Wer die sehr unterschiedlichen Formate beobachtet, erlebt einen freundlichen wie auch nimmermüden Aufklärer. Und einen reflektierten, fröhlichen Protestanten. Klar, der aus dem Ei gepellte Hirschhausen, der einmal den Preis »Krawattenmann des Jahres« errang, polarisiert. Die »taz« nennt seine Auftritte »verzichtbar«, ebenso wie das Konzert der prominenten A-cappella-Gruppe »Wise Guys«. Doch die Menge liebt ihn.

Am persönlichsten ist die Begegnung am Himmelfahrtsmorgen in der vom Einsturz bedrohten Alten Dorfkirche seiner Heimatgemeinde in Zehlendorf. Hirschhausen sagt: »Das ist eine gesegnete Ecke, einer der reichsten Flecken in Berlin.« Junge Männer tragen Anzug, zahlreiche Damen Kostüm. Viele erinnern sich, wie Hirschhausen hier einst startete, als er für die Konfirmanden zauberte. Es ist ein Morgen mit aufgeregter Erwartung, Gemeindestolz, hohem Eintrittspreis, fetter Kollekte für die Renovierung. Hirschhausen, dessen Geschwister und hochbetagte Eltern gekommen sind, genießt sein kleines Heimspiel. Er tanzt. Feiert seine alte Musiklehrerin und seinen Zahnarzt auf den Kirchenbänken.

Welch wichtige Rolle der Humor in der Religion und bei Luther spiele, sei ihm erst als Reformationsbotschafter aufgegangen. Hirschhausen wünscht sich für die oft so ernsten Protestanten »ein bisschen Karneval, so wie bei den Katholiken«, und beantwortet die theologische Gottesfrage mit einer Weisheit von unter Tage: »Ob es Gott gibt, weiß nur Er selbst. Wir wissen nur wie der Bergmann: Vor der Hacke ist es dunkel.« Beifallsstürme tosen im schmucklosen Kirchlein. Gern würden die Zehlendorfer am Ende ihren Eckart auf die Schultern heben und im Triumphzug durch ihr Villenviertel tragen.

Drei Mal füllt Hirschhausen am nächsten Tag die größte der Berliner Messehallen. Um 9.30 Uhr zur Kabarettistischen Bibelarbeit, um 11 Uhr zum Forum »Humor, Glaube und Heilung« und von 20 Uhr bis 22

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