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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2014
Gebt den Kindern das Spiel zurück!
Wie fairer Fußball geht
Der Inhalt:

Wegducken hilft nicht

Das Beispiel Frankfurt zeigt: Der Islamismus bedroht die offene Gesellschaft

Ausgerechnet Frankfurt. Ausgerechnet die Vielvölkerstadt am Main, die den Begriff »Multikulti« erfunden hat, muss nun erleben, wie islamistische Attacken dazu führen, dass innerhalb weniger Tage erst ein Jugendzentrum und dann eine Kunsthalle geschlossen werden.

In dem Jugendhaus, einer Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt, hatten Anfang Mai junge Salafisten wiederholt die Mitarbeiter bedroht – unter anderem deswegen, weil ihnen der Kleidungsstil einer Mitarbeiterin nicht sittsam genug erschien. Bis heute hat das Haus nicht wieder geöffnet.

In der Ausstellungshalle Portikus wurde vor Kurzem ein Kunstwerk zerstört: die Installation »God is great (#4)« des verstorbenen englischen Konzeptkünstlers John Latham. Tatsächlich hatte Latham, der oft mit Joseph Beuys in einem Atemzug genannt wird, keinerlei diffamierende Absichten, als er sich in seiner Arbeit mit den monotheistischen Religionen auseinandersetzte, doch den Tätern war das wohl unbekannt – oder schlichtweg gleichgültig.

Erschreckend sind nicht nur die Borniertheit und Unduldsamkeit der Extremisten. Erschreckend sind auch die zögerlichen Reaktionen der betroffenen Einrichtungen. Statt stillschweigend – vielleicht auch aus Ratlosigkeit und Furcht – die Räume zu schließen, wäre es besser gewesen, an die Öffentlichkeit zu gehen, Alarm zu schlagen und Solidarität einzufordern.

Immerhin: Jetzt wird in der Mainmetropole diskutiert. Nicht nur der hessische Innenminister will den Kampf gegen den Salafismus intensivieren, auch in der Stadt suchen Politiker und Behörden nach Wegen, die Extremisten zurückzudrängen und ihren Einfluss auf Jugendliche zu begrenzen.