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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2014
Gebt den Kindern das Spiel zurück!
Wie fairer Fußball geht
Der Inhalt:

Die Macht der Zeichen

Papst Franziskus bringt neue Bewegung in die Friedenssuche in Nahost

Papst Franziskus ist ein Mann für unmögliche Fälle. Ein spiritueller Politiker mit Fortune. Er macht Weltpolitik, mit der Macht des Glaubens und der Zeichen. Ähnlich wie zu ihrer Zeit seine Amtsvorgänger Johannes XXIII. und Johannes Paul II.

Als Franziskus im Mai nach Jordanien, Palästina und Israel reiste, war der Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern tot. Der zähe Unterhändler, US-Außenminister John Kerry, hatte nach vielen Vermittlungsreisen und endlosen Gesprächsversuchen das Handtuch geworfen. Erstmals stellte die US-Administration offiziell fest, die Schuld für das Scheitern liege bei der rechtspopulistischen Regierung unter Benjamin Netanjahu in Jerusalem. In der Tat hat Israel während der Friedensgespräche im besetzten Westjordanland illegale jüdische Siedlungen errichtet und mindestens 57 Palästinenser getötet.

In diese triste Lage kam der neue Papst. Er legte die Hand an die israelische Sperrmauer in Bethlehem und schwieg lange – wie er in Yad Vashem lange schwieg, dem Ort für die Opfer des hitlerdeutschen Holocausts. Er ließ in Bethlehem Bischöfe und Würdenträger sitzen und speiste stattdessen mit palästinensischen Familien, die Opfer der israelischen Besatzung sind.

Politisch behandelte Franziskus Palästina als einen Staat – und punktete mit dieser Ehrbezeugung in der arabischen Welt für die vielen kleinen, bedrängten Christengemeinden und Kirchen jeglicher Konfes sion, von Marokko bis Pakistan. Seiner Einladung zum Pfingst-Friedensgebet zu Hause, in seiner Wohnung in Rom, folgten Israels sozialdemokratischer Präsident und Friedensnobelpreisträger Shimon Peres und ebenso Palästinenser-Präsident Machmud Abbas. So kommt neues Leben, von dem die Kir