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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2012
Die Zeit des Gehorsams läuft ab
Nach dem Katholikentag
Der Inhalt:

Energiewende im Kloster

von Sara Mierzwa vom 05.06.2012
Abtei Münsterschwarzach setzt auf Sonne, Wind und Wasser

Die Benediktinermönche aus Münsterschwarzach sind Vorreiter beim Klimaschutz: In ihrer Abtei kommen mehr als neunzig Prozent der verbrauchten Energie aus regenerativen Quellen. In Deutschland liegt laut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung bei etwa 17 Prozent. Bis 2050 plant die Bundesregierung, achtzig Prozent aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Diesem Ziel sind die Benediktiner aus Unterfranken fast vierzig Jahre voraus. Sie setzen bereits heute auf Sonne, Wasser und Wind.

Die Bundesregierung will die Energiewende auf verschiedenen Wegen erreichen. Dafür fördert sie verschiedene Klimaschutzmaßnahmen: erneuerbare Energien ausbauen, Gebäude dämmen und Verkehrsemissionen senken. Die Mönche leisten bereits heute ihren Beitrag zum Klimaschutz. Noch Ende der 1990er-Jahre verursachten die achtzig bis neunzig Mönche in dem Kloster und knapp tausend Schüler der angeschlossenen Schule einen hohen Heizbedarf und Stromverbrauch. Prior Christoph Gerhard, studierter Elektrotechniker, gab den Anstoß für Veränderungen.

Heute gibt es in der Abtei eine eigene Wasserkraftanlage, Fotovoltaik-Zellen und Sonnenkollektoren, eine Holzhackschnitzelheizung, ein Biogas-Blockheizkraftwerk und die Beteiligung an einem Windpark. Insgesamt produzieren sie doppelt so viel Ökostrom, wie sie selbst verbrauchen. Den können sie dann in das Stromnetz einspeisen. 2008 wurde die Abtei für ihr Engagement mit dem Deutschen Solarpreis ausgezeichnet.

Indem die Mönche ihre Gebäude sanierten und dämmten, wurde der Heizenergiebedarf um etwa zwanzig Prozent gesenkt. Die meisten ihrer Autos verbrennen zwar noch Öl, doch seit vier Jahren steht auch ein Elektrofahrzeug auf dem Hof. Die Klosterküche versorgt die Mönche und Gäste zum Teil mit selbst angebautem Gemüse sowie Fleisch und Brot aus eigener Herstellung. Auch das Trinkwasser stammt aus dem klostereigenen Brunnen. In der angeschlossenen Schule informieren die Mönche die Schüler übers Strom- und Wassersparen. Bruder Etmar berichtet: »Energie soll nicht unnötig vergeudet werden.«

In Zukunft wollen die Mönche die Klostergärtnerei auf ökologische Anbauweise umstellen. Auch die Selbstversorgung soll weiter ausgebaut werden. Damit folgen die Mönche der Regel ihres Ordensgründers. Schon der Heilige Bene

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