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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2019
Die Kunst, den Kapitalismus zu verändern
Eine Annäherung in fünf Schritten
Der Inhalt:

Das unheilige Agrar-Kartell

Dass die Agrarindustrie eine starke Lobby in Berlin und Brüssel hat, belegt eine Studie des Instituts Arbeit und Wirtschaft (IAW) der Universität Bremen aufs Neue. Der Studie zufolge bestimmt ein Geflecht aus Politikern, Agrarkonzern-Managern, Bankern und Verbandsfunktionären maßgeblich mit, wie Landwirte arbeiten und was beim Verbraucher auf den Teller kommt. Die Autoren zeigen auf, wie die Landwirtschaftspolitik von Abgeordneten mitbestimmt wird, die auch Lobbyisten sind. Das sei ein wesentlicher Grund dafür, dass Umwelt und Natur, Tierwohl, Gewässer- und Klimaschutz häufig auf der Strecke bleiben, bilanziert die Studie. Das in Bremen im Auftrag der Umweltschutzorganisation Nabu erstellte Papier sieht eine Verflechtung zwischen dem Deutschen Bauernverband und den Agrarkonzernen ebenso wie eine Kungelei zwischen dem Bauernverband und Abgeordneten von CDU und CSU. Benachteiligt sind demnach kleine Bauern. Nur 2,7 Prozent der Betriebe besäßen rund fünfzig Prozent der Agrarflächen in Europa – und bekämen so auch den Großteil der Milliardensubventionen. Fast vierzig Prozent des EU-Haushalts fließen in die Agrarpolitik. Insgesamt werden 365 Milliarden Euro verteilt.