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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2018
Frieden in einer irren Welt
Katholikentag 2018: Ängste, Ideen, Sehnsüchte
Der Inhalt:

Kein sicherer Hafen

Die Bundesregierung will Flüchtlinge mit wenig Aussicht auf Asyl künftig in sogenannten »Anker-Zentren« unterbringen. Orientieren sollen sich diese an bestehenden Flüchtlingslagern in Bayern. Ein Besuch in Ingolstadt

Die Frauen, die vor den langgezogenen Kasernen stehen, sind wütend. Sie sind aus Nigeria geflüchtet, nun blicken sie hier im bayerischen Transit-Zentrum Manching einer ungewissen Zukunft entgegen. Früher war in Ingolstadt-Manching die Bundeswehr einquartiert, das Flugabwehrraketengeschwader 5. Heute sind etwa 1100 Flüchtlinge mit geringer Bleibeperspektive in den Gebäuden untergebracht. Ein Maschendrahtzaun führt rings um das Gelände, Sicherheitskräfte patrouillieren. Mitte Mai ist eine Gruppe Journalisten zu Besuch. Sie dürfen normalerweise das Gelände nicht betreten.

Die jungen nigerianischen Flüchtlinge nutzen die Chance und protestieren gegen die Unterbringung und die Ungewissheit. Sie sind mit Kinderwagen gekommen oder tragen ihre Babys in Wickeltüchern. »Wir werden wie Tiere behandelt!«, ruft eine Frau. »Ich bin seit zehn Monaten hier, mein Baby ist in diesem Camp geboren«, erklärt eine andere. Wut, Verzweiflung und Frustration sind ihnen ins Gesicht geschrieben. Von allen Seiten ziehen sie die Journalisten in ihre trostlosen Stockbettzimmer, die Welt da draußen soll ihr Elend sehen.

Solche Sammelunterkünfte wird es nach Plänen von Bundesinnenminister Horst Seehofer künftig in ganz Deutschland geben – für alle Flüchtlinge, nicht nur für jene mit geringer Chance auf Asyl. Auch ein neues Wort ist schon geschaffen: Anker-Zentren. Das steht für Ankunft, Entscheidung und Rückführung. Alles soll an einem Ort stattfinden: Die Asyl-Anhörung, die Entscheidung, die Ausreise. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge soll dort genauso präsent sein wie die Ausländerbehörde, Ärzte und Richter. So hat es die Große Koalition b