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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2018
Frieden in einer irren Welt
Katholikentag 2018: Ängste, Ideen, Sehnsüchte
Der Inhalt:

»Ich träume, diesen Wald zu retten«

Der Hambacher Forst wird abgeholzt. Michael Zobel macht Waldführungen und hofft auf dauerhaften Rodungsstopp

Der Hambacher Forst ist der einzige Stieleichen-Hainbuchen-Maiglöckchen-Wald in Mitteleuropa. Beziehungsweise der Rest davon. Durch den Braunkohle-Tagebau wird er Stück für Stück vernichtet. Vor vier Jahren war ich gemeinsam mit meiner Lebensgefährtin Eva zum ersten Mal dort. Danach stand für uns fest: Was dort passiert, wollen wir anderen zeigen! Da ich Naturführer bin, beschloss ich, Waldführungen im immer kleiner werdenden Wald anzubieten. Schon zum ersten Sonntagsspaziergang kamen fünfzig Leute, bis jetzt haben Eva und ich 48 Führungen gemacht.

Bis vor vierzig Jahren war der Hambacher Forst der größte Wald des Rheinlandes und reichte von Jülich bis Kerpen. Neunzig Prozent sind seit 1978 vernichtet worden durch den Braunkohle-Tagebau. Bei unseren Waldführungen gehen wir auch zur Rodungskante und sehen, was dem Wald blüht. Und wir besuchen die Waldbesetzer in ihren Baumhäusern.

Der ganze Wald gehört dem Energieunternehmen RWE, das unsere Führungen am liebsten verbieten würde. Doch in Nordrhein-Westfalen sind auch private Wälder öffentlich zugänglich, unsere Waldspaziergänge also legal. Natürlich können wir nicht mit 500 Leuten über die kleinen schmalen Waldwege gehen, und hinterher sind alle Buschwindröschen zertrampelt. Mit einer großen Gruppe bleiben wir deshalb auf breiten Wegen.

Was wir machen, ist keine normale Waldführung, sondern ein Mittelding zwischen Naturführung und Demonstration. Und ich will ein Bewusstsein für die Auswirkungen unseres Lebensstils schaffen.

Was mir auch wichtig ist: Ich möchte Gegner und Befürworter des Tagebaus zusammenbringen, damit sie miteinander sprechen. Das funktioniert, denn auch Waldbesetzer gehen jedes M