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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2018
Frieden in einer irren Welt
Katholikentag 2018: Ängste, Ideen, Sehnsüchte
Der Inhalt:

An die eigene Kraft glauben

Seit dreißig Jahren kämpft Sumaya Farhat-Naser für Frieden in Nahost

Die Lage in Palästina spitzt sich dieser Tage abermals zu. Doch die Hoffnung auf Verständigung und Frieden aufgeben – das kommt für Sumaya Farhat-Naser nicht in Frage. Siebzig Jahre ist die palästinensische Friedensaktivistin und Frauenrechtlerin alt. Unermüdlich leitet sie Seminare für Jugendliche, hält Vorträge und schreibt Bücher. Ihr Ziel: Der Nahostkonflikt solle im Dialog und unter Verzicht auf Gewalt gelöst werden. Dafür setzt sich die Christin seit dreißig Jahren ein. Wie lässt sich das durchhalten, ohne zu resignieren?

Selbstbewusst und willensstark war die Christin Farhat-Naser schon als Jugendliche: Mit 14 verweigerte sie sich den Heiratsplänen, die ihr Großvater für sie hegte. Nach dem Abitur ging sie zum Studieren nach Deutschland, später kehrte sie nach Palästina zurück. Ein einschneidendes Erlebnis für sie war die erste Intifada, die 1987 ausbrach. Als die palästinensische Bevölkerung gegen die israelischen Besatzer aufstand, hinterließ das tiefe Spuren in ihrem Leben: »Diese Jahre weckten ungeahnte Kräfte und zwangen mich zu Wagnis und Einsatz.« Davon zehrt sie bis heute.

Doch auch die Erfahrungen und Rückschläge der vergangenen dreißig Jahre haben sie geprägt. Sie sei pessimistisch geworden – zumindest, wenn sie auf das große Ganze schaue, berichtet sie. »Vieles verändert sich bei uns zum Schlechten. Die Besetzung und Besiedelung von Palästina schreitet unvermindert fort, und niemand hält Israel auf.« Nicht weniger skeptisch ist Farhat-Naser gegenüber der palästinensischen Regierung. Die Parteien, ob Fatah oder Hamas, seien korrupt und ohne Plan, sagt sie. Die Bevölkerung habe längst den Glauben an die Politik verloren. Die vordringliche Sorge der meisten Menschen in Palästina