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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2020
Arbeiten und Leben nach Corona
Was wir aus der Krise lernen können
Der Inhalt:

»Politik begeistert mich«

von Ludwig Greven vom 15.05.2020
Lina Fränzel ist in der Europa-Partei Volt aktiv. Ihr Motto: von anderen Ländern lernen, Probleme gemeinsam lösen

Politik hat mich schon immer begeistert. Über meinem Schreibtisch hängt ein Porträt von Helmut Schmidt. Ihm fühle ich mich verbunden wegen seiner gradlinigen und unkonventionellen Art. Ich war einige Jahre lang in der SPD, doch mit deren Bundespolitik und mit der Ausrichtung der Jusos konnte ich mich nie wirklich anfreunden. Daher habe ich zumeist aus Verlegenheit die Grünen gewählt. Doch die sind mir teilweise zu ideologisch und zu wenig progressiv. Vor der Europawahl im vergangenen Jahr sah ich mir deshalb die Programme sämtlicher Kleinparteien an und stieß dabei auf Volt, die erste tatsächlich paneuropäische Partei.

Volt ist in mehr als dreißig Ländern aktiv. Der Altersschnitt der Mitglieder liegt bei 33 Jahren, erheblich niedriger als bei den anderen Parteien. Durch den ständigen Erfahrungsaustausch über die Ländergrenzen hinweg lernen wir voneinander. Wie hat es Kopenhagen geschafft, zu einer echten Fahrradstadt zu werden? Weshalb bezahlt man in Wien häufig nur halb so viel für eine Wohnung wie in Hamburg? Mit solchen Fragen entwickeln wir Lösungsstrategien für die großen Herausforderungen unserer Zeit. Dass die großen Probleme nicht an Staatsgrenzen halt machen, zeigt aktuell ja die Corona-Pandemie. Auch die können wir nur gemeinsam bewältigen.

Am 23. Februar traten wir in Hamburg erstmals zu einer Landtagswahl an. Der Wahlkampf war für mich herausfordernd und sehr bereichernd. Ich saß beim Haustürwahlkampf in unzähligen Wohnzimmern, führte interessante politische Gespräche und konnte unsere Positionen vermitteln.

Mit dem Ergebnis von mehr als 52 000 Stimmen – das waren 1,3 Prozent bei unserem ersten Anlauf – bin ich zufrieden. Mehr war wegen des Zweikampfs von SPD und Grünen, auf den sich das Interesse der Medien und der Öffentlichkeit richtete, wohl nicht zu erwarten.

Mittlerweile sind wir achtzig Mitglieder in Hamburg. Wir achten strikt darauf, nicht nach links oder rechts abzudriften. Daher muss sich jeder Interessierte erst einmal mindestens sechs Wochen aktiv beteiligen, bevor er Mitglied werden kann. Politisch würde ich uns zwischen grün und liberal verorten.

Neben meiner parteipolitischen Arbeit und meinem Jura-Studium bin ich für den Weißen Ring tätig und unterstütze dort Menschen, die Opfer von Kriminalität geworden sind. Bei Volt werde

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