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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2020
Arbeiten und Leben nach Corona
Was wir aus der Krise lernen können
Der Inhalt:

Das Elend der modernen Tagelöhner

von Birgit Roschy vom 15.05.2020
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DVD. Ricky heuert als Auslieferer bei einem Paketdienst an. Das Konzept der Firma klingt vielversprechend: Als Franchise-Nehmer ist Ricky als selbstständiger Fahrer auf Abruf tätig und wird nach Leistung bezahlt. Was nach einer Möglichkeit klingt, als freier Unternehmer der Fremdbestimmtheit der Lohnarbeit zu entrinnen, entpuppt sich als weit schlimmere Abhängigkeit. Nicht nur mit dem Kauf eines eigenen Lieferwagens stürzen sich Ricky und seine liebevolle Frau Abbie, eine selbstständige Krankenpflegerin, in noch mehr Schulden. Bei der Zustellung im Akkord, nach Algorithmen getaktet und von einem Scanner überwacht, und der exakt bemessenen, stets zu knappen Zeit, die Abbie bei den Hausbesuchen bei ihren Klienten aufbringen darf, gibt es keinen Spielraum für Unvorhergesehenes. Unter Stress, Zeitdruck und Geldnot droht auch das Familienleben unter die Räder zu geraten. Als der Teenagersohn Ärger macht, weiß Ricky, der in seinem Leben stets alles gemeistert hat, zum ersten Mal nicht mehr weiter. Zwar ist das Porträt dieses voll jugendlicher Überheblichkeit steckenden Sohnes etwas überspitzt. Dennoch hat der 83-jährige Regieveteran Ken Loach mit diesem Sozialdrama den Film der Stunde gedreht. Von ganz nah beleuchtet er nicht nur den Alltag jener stillen Helden und Heldinnen, die in diesen Seuchenzeiten dafür sorgen, dass wirtschaftliche und soziale Strukturen weiter aufrechterhalten werden. Gnadenlos realistisch dekliniert er die Fallen der Scheinselbstständigkeit durch und zeigt, wie sehr durch diese spätkapitalistischen Ausbeutungsverhältnisse nicht nur die Menschlichkeit zum Störfaktor wird, sondern auch die Familie in Gefahr gerät.

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