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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2019
Ach, Europa
Vielfältig, widersprüchlich, wunderbar – die EU vor der Wahl
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 10.05.2019

Petrus Ceelen
Verwundet, vernarbt, verwandelt
Dignity Press. 124 Seiten.
9,90 €

Er war Seelsorger für Gefangene, Aidskranke, Drogenabhängige, Trauernde, Obdachlose. Er ging an die Ränder der Gesellschaft, wie es Papst Franziskus heute von der Kirche erwartet. Schon vor Jahrzehnten war Ceelen da, wo Jesus lebt: bei den Armen, Verachteten, Verwundeten und Bedrückten. Das können und wollen nicht viele. Petrus Ceelen konnte das – als Theologe, Lyriker, Beter, Schriftsteller. In zwei Büchlein hat der 76-Jährige seine Erfahrungen gebannt: in kleinen Geschichten, Meditationen, Gedichten und Kurzgebeten. »Du brauchst Menschen, die deine Hilfe brauchen. Sie helfen dir, Mensch zu sein!«, heißt es da. »Mit Verletzungen leben«, so ist das rote Buch nicht von ungefähr untertitelt. Im vorhergehenden, biografisch rückblickenden Büchlein »Nur der Titel fehlt noch« (Dignity Press. 132 Seiten. 9,90 Euro) lässt der Aphorismus aufmerken: »Jeder weiß, wie viel Uhr es ist. Wie spät es ist, weiß keiner.« Er schreibt darin, er sei gern »ins Gefängnis gegangen« zu den Pechvögeln. Vielleicht, weil er auch in einem Käfig saß und trotzdem besser in der Lebenslotterie wegkam als die Insassen? Norbert Copray

Wilfried Manneke mit
Christoph Fasel
Guter Hirte, Braune Wölfe
bene! 192 Seiten.18 €

23 Jahre war Wilfried Manneke Pastor einer evangelischen Gemeinde in der Südheide. Was er zuvor nicht wusste: Hier ist ein Schwerpunkt der Neonazi-Szene in Norddeutschland mit Schulungszentren, Aufmärschen und Brauchtumsfeiern. Das erklärte Ziel dieser Aktivitäten: die Städte »vom Land aus zu erobern«. Manneke, der vorher als Pastor in Südafrika die Apartheid erlebt hatte, organisiert Protest gegen die Auftritte der Neonazis mit Mahnwachen, Demonstrationen und, wo möglich, mit rechtlichen Schritten. Zugleich sorgt er dafür, dass Schulen, Lokalpolitik und Polizei gegen die Neonazis zusammenarbeiten. Das Buch malt ein plastisches Bild von Rechtsradikalismus in der Provinz und beschreibt eine konsequente und kontinuierliche Gegenwehr, die auch Erfolge verzeichnet. Ein aufschlussreicher und aufrüttelnder Bericht! Lutz Lemhöfer

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