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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2018
Kennen wir uns?
Jesus, Marx und die Krise des Kapitalismus. Ein Streitgespräch
Der Inhalt:

Vorgespräch: Mit fremden Nachbarn Feste feiern?

Michael Vollmann organisiert den Tag der Nachbarn am 25. Mai. Und schlägt vor: Klingeln Sie doch mal nebenan!

Publik-Forum: Am 25. Mai ist der Tag der Nachbarn. Was passiert da, Herr Vollmann?

Michael Vollmann: Am 25. Mai wird in vielen Ländern der Europäische Tag der Nachbarschaft gefeiert. In Frankreich ist das seit zwanzig Jahren eine Institution, da wurden vergangenes Jahr mehr als 150 000 Feste gefeiert. In Deutschland gab es zwar bisher auch einzelne Aktionen, aber nichts Flächendeckendes. Das wollen wir ändern und rufen dazu auf: Lernen Sie Ihre Nachbarn doch mal besser kennen. Organisieren Sie ein Fest. Wir geben Ihnen Starthilfen an die Hand. Uns geht es darum, Begegnungen zwischen Menschen außerhalb der eigenen Filterblase zu schaffen. Das reicht von der Grillparty übers Wohnzimmerkonzert bis zum Straßenfest. Sich Generationen- und kulturübergreifend zusammenzusetzen, sich auszutauschen und kennenzulernen, das steht im Vordergrund.

In Zeiten von Lieferservices muss man nicht mehr nebenan klingeln, um sich ein Ei auszuleihen. Sind junge Leute überhaupt noch interessiert an solchen Aktionen?

Vollmann: Auf jeden Fall! Viele machen die Erfahrung, dass es einsam macht, alles nur online zu erledigen. Die Sehnsucht nach echtem Austausch, nach sozialen Kontakten in der Offline-Welt ist da. Aber viele trauen sich nicht, einfach mal so nebenan zu klingeln. Wir bieten jetzt den Anlass. Es muss gar nicht groß sein: Es reicht, wenn jeder seinen Klappstuhl mitbringt oder eine Biertischgarnitur im Hof aufgebaut wird. Ein Grill dazu, einer steuert Salat bei, die anderen Getränke – und los geht’s.

Was, wenn man sich anschweigt?

Vollmann: