Die Mystikerin d er Straße
Provoziert hat sie eigentlich immer – auf sanfte, aber nachhaltige Weise. Eine atheistische Umwelt, pflegte sie zu sagen, bedeute »für den Glauben ein Glück«. Denn sie sorge dafür, dass er echt bleibt. Ein atheistisches Milieu provoziere die »Überprüfung unserer eigenen Hoffnung« und wecke den »Durst nach dem Übernatürlichen«, behauptete die 1904 geborene französische Sozialarbeiterin, Aktivistin und Schriftstellerin Madeleine Delbrêl. So ein Milieu hinterfrage den Glauben radikal. Gerade dort könne eine religiöse Überzeugung wachsen, die mehr ist als bloßer Schein.
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