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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2016
Schwierige Schüler
Ausrasten, stören, treten: Ein Fall für die Sonderschule? Eine Lehrerin sagt Nein
Der Inhalt:

Personen und Konflikte

vom 13.05.2016

Timo Güzelmansur, Leiter der christlich-islamischen Begegnungsstelle Cibedo in Frankfurt am Main, befürchtet einen neuen religiösen Nationalismus in der Türkei. In weiten Teilen der Bevölkerung gebe es »keine Sympathie für Christen«. Obwohl der Staat sich seiner religiösen Vielfalt rühme, werde »vieles, was nicht islamisch ist und eindeutig zum Türkentum gehört, zum Feind erklärt«. Die Forderung des türkischen Parlamentspräsidenten Ismail Kahraman nach einer islamisch geprägten Verfassung passe ins Bild, auch wenn es dafür derzeit keine politische Mehrheit gebe. Der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Cem Özdemir, befürchtet, dass eine Verfassungsänderung religiöse Minderheiten »noch stärker als bisher an den Rand der Gesellschaft drücken« würde. Gökay Sofuoglu, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland, nannte dagegen die Kritik an der Regierung Erdogan unfair. Es sei »merkwürdig, dass jetzt innertürkische Themen in Deutschland so breit diskutiert werden«. Berechtigte Kritik vermische sich oft mit »Verunglimpfung«.

Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, hat im Streit um die Frage, ob Kreuze im Gerichtssaal hängen dürfen, eine interessante Deutung vorgelegt. »Es ist eine der großen humanen Errungenschaften, dass unsere Rechtsprechung nicht mehr so tut, als verfüge sie über höchste Wahrheiten, höchste Einsichten oder gar himmlische Gerechtigkeiten«, schreibt sie im Magazin Chrismon. Gerade daran erinnere das Kreuz. Obwohl Jesus unschuldig gewesen sei, sei er im Namen der offiziellen Religion und der öffentlichen Meinung verurteilt worden. Das Kreuz sei daher »Mahnung vor Selbstüberhöhung und Selbstüberforderung, vor Unmenschlichkeit und Verantwortungslosigkeit«.

Xi Jinping, Präsident der Volksrepublik China, hat seine Partei dazu aufgefordert, genau darauf zu achten, dass alle Mitglieder »unbeugsame marxistische Atheisten« sind. Religion sei gefährlich und müsse scharf kontrolliert werden. »Wir müssen uns resolut gegen eine Infiltration aus dem Ausland durch die Religion schützen

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