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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2016
Schwierige Schüler
Ausrasten, stören, treten: Ein Fall für die Sonderschule? Eine Lehrerin sagt Nein
Der Inhalt:

Aufgefallen: Die Mauern einreißen

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 13.05.2016
Die Teilung Zyperns könnte bald überwunden sein. Das ist vor allem zwei Männern zu verdanken: Nikos Anastasiades und Mustafa Akinci

Es war eine kleine, aber symbolträchtige Geste: An Weihnachten 2015 traten die beiden Präsidenten des geteilten Zypern, Nikos Anastasiades und Mustafa Akinci, zusammen vor die Fernsehkameras. Erstmals seit der Teilung Zyperns 1974 haben die politischen Führer des griechischen und des türkischen Teils der Insel ihren Bürgern gemeinsam frohe Festtage gewünscht. Und es blieb nicht bei Symbolaktionen: Kontinuierlich treiben die zwei Staatsmänner die Annäherung voran.

Die beiden Männer haben erstaunliche Parallelen: Beide wurden, mit einem Abstand von einem Jahr, in der Hafenstadt Limassol geboren. Als sie Kinder waren, gab es noch keine Mauer, die ihre Insel zerteilte. Zum Studium gingen sie ins Ausland, dann kehrten sie zurück. Heute ist Akinci, 68 Jahre alt, Präsident der türkischen Republik Nordzypern. Der ein Jahr ältere Anastasiades leitet die Geschicke des griechischen Zypern – jenes international anerkannten Teils der Insel.

42 Jahre lang ist Zypern nun schon geteilt, und die Menschen scheinen es satt zu haben. Es gibt einen Ausschuss, der gemeinsame kulturelle Veranstaltungen fördert, religiöse Vertreter beider Seiten stehen in regem Kontakt, Bildungspolitiker überarbeiten strittige Inhalte der Schulbücher. Ein Chor aus griechischen und türkischen Sängerinnen und Sängern führt Konzerte diesseits und jenseits der »grünen Linie« auf. Hinter diesen Hoffnungszeichen stehen zwei Politiker, die auf Versöhnung setzen.

Im April letzten Jahres wählten die Zyperntürken den moderaten Politiker Akinci zu ihrem Präsidenten. Damit kam Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen. Denn Akinci stellte die Interessen seiner Volksgruppe von Anfang an über die strategischen Interessen der Türkei auf Zypern – und nahm dafür auch Ärger mit dem türkischen Präsidenten Recep Erdogan in Kauf. »Mit vertrauensbildenden Maßnahmen werden wir einer Lösung näherkommen«, versprach Akinci kurz nach seiner Wahl. »Zusammen bauen wir die Zukunft«, twitterte Anastasiades. Sie hielten Wort.

Akinci und Anastasiades teilen die Vision eines wiedervereinten Zyperns. Aus diesem Wunsch könnte nun bald Wirklichkeit werden. Experten sagen mit vorsichtigem Optimismus, die Zeichen für eine Lösung des Konflikts stünden dank der beiden so gut wie nie. Am 22. Mai wird im griechischen Teil ein neues Parlament gewählt, danach, so die Hoffnung, könnten selbst die strittigsten Fragen womög

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