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Pro und Contra
Sexistische Werbung verbieten?

Werbeplakate, die Frauen oder Männer auf Sexualobjekte reduzieren, soll es nach dem Willen von Justizminister Heiko Maas künftig nicht mehr geben. Maas arbeitet an einem Gesetzesentwurf, der solche Reklame untersagt. Aber brauchen wir in Deutschland wirklich ein Verbot?
vom 13.05.2016
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Ja, denn Werbung beeinflusst enorm

Müssen wir akzeptieren, dass Frauen in unterwürfigen Posen für Parkettböden werben und fast nackt für Flugreisen? Werbung ist nicht gleich sexistisch, nur weil sie nackte Haut zeigt. Sie ist es aber, wenn diese keinen Bezug zum Produkt hat. Es macht eben einen Unterschied, ob eine Frau im Bikini für Bademoden wirbt oder für eine Metzgerei! Zumal am »Sex-sells«-Mythos gar nichts dran ist: Studien haben nachgewiesen, dass Nacktheit zwar Aufmerksamkeit erregt, Produkt und Hersteller aber in den Hintergrund rücken. Werbung will Bedürfnisse und Wünsche wecken. Sie ist keine Meinungsäußerung, sondern wirtschaftlich motivierte Manipulation. Kinder beeinflusst sie ganz besonders, sie können ironische Untertöne noch nicht entschlüsseln, überspitzte Darstellungen nicht entlarven – sie glauben, was sie sehen. Und das sind jede Menge Klischees vom technisch versierten Kerl oder der lächelnden Mutti mit Diätjoghurt. Geschlechtsdiskriminierende Werbung beeinflusst unser Bild von Weiblichkeit und Männlichkeit, von Rollenverteilung und Macht. Zu glauben, wir könnten uns diesem Einfluss entziehen, ist zu kurz gedacht: Seit Jahrzehnten wird erforscht, wie wir am besten zu beeinflussen sind, möglichst unbewusst. Ob Schuhe, Kekse oder Kindersitz: Mit jedem Produkt bekommen wir Gratisbotschaften zum gesellschaftlichen Kontext mitgeliefert. Sie prägen unser Weltbild, denn unser Gehirn macht keinen Unterschied zwischen Nachricht, Kinofilm oder Werbeplakat.

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