Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2012
Wer war Jesus?
Die neuen Einsichten der Bibelforscher
Der Inhalt:

Johnny Depp und das Dickerchen

von Udo Taubitz vom 04.05.2012
Immer mehr Kids wollen Schauspieler werden. Doch über diesen Beruf gibt es viele Missverständnisse und Irrtümer. Vor allem: Talent allein reicht nicht, man braucht eine gute Ausbildung und starke Nerven

Ein fensterloser Raum in einer schmucklosen Hinterhofbaracke. Zwei Mädchen streiten sich lautstark um ein Mobiltelefon. »Hast du mein Handy geklaut? - Nein! Das würde ich doch niemals tun! - Ja klar, dann zeig mal bitte!« Auf dem Stundenplan der Kinderschauspielschule in Köln steht heute das Thema Wut. Fünf Mädchen und ein Junge spielen paarweise kurze Szenen, die sie sich spontan selbst ausgedacht haben. Die Kids auf der Bühne sollen sich streiten und richtig wütend werden. Aber immer wieder fallen sie aus ihrer Rolle, kichern und müssen von vorne anfangen. »Es ist manchmal schwierig, den Ausdruck richtig zu zeigen und dabei nicht zu lachen«, weiß Felicitas. Sie ist neun Jahre alt und nimmt schon seit zwei Jahren Schauspielunterricht. Wenn sie groß ist, möchte sie am liebsten in Musicals auftreten.

Immer mehr Kinder in Deutschland träumen von einem Beruf im Rampenlicht. Casting-Shows und Blitzkarrieren in Daily-Soaps verleiten zu der Annahme: Das ist alles ganz easy. Ich stell mich einfach vor die Kamera und spiel drauflos - und dann werd ich entdeckt. Aber in Wahrheit sind Naturtalente, sogenannte »Burner«, sehr, sehr selten. Deshalb gilt: Früh übt sich. Doch es gibt hierzulande kaum Schauspielschulen für Kinder und Jugendliche. Wenn man deutsche Filme sieht, wirken die Kinderdarsteller oft ziemlich hölzern. »Das zeigt, dass sie überfordert sind«, sagt Hella Peperkorn, Leiterin der Kinderschauspielschule TASK in Hamburg. »Wenn Kinder ins kalte Wasser hineingeworfen werden, wenn sie an einen Filmset kommen und vierzig Leute stehen drum herum und die Kids wissen nicht genau: Was muss ich tun, wo muss ich hin, was muss ich als Erstes machen? Und sollen dann auch noch spielen.«

Nicht ganz so wie in Hollywood

Rund 250 Nachwuchstalente im Alter von sechs bis neunzehn lernen derzeit bei TASK in Hamburg das Handwerkszeug für Theater und Film. Auf dem Stundenplan stehen Stimm- und Sprachschulungen, Körperbeherrschung, Wahrnehmungsübungen, Bühnenpräsenz. Eineinhalb Stunden dauert der Unterrichtet, einmal die Woche nach der normalen Schule. Das ist nicht viel, und hier gibt’s auch keinen strengen Drill wie in den Talentschmieden Hollywoods. Trotzdem werden die Schüler von Produktionsfirmen gern gebucht. Bekannte Kinderserien wie »Die Pfefferkörner« oder Evergreens wie der »Tatort« drehen regelmäßig mit Kinderdarstellern von TASK.

Als Philip Wiegratz zwölf war, stand er mit Johnny Depp vor der Ka

PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen