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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2012
Wer war Jesus?
Die neuen Einsichten der Bibelforscher
Der Inhalt:

Abgestraft

Ein evangelischer Pfarrer engagiert sich bei den Piraten, obwohl diese Christen nicht mögen. Fragen an Hans Immanuel Herbers

Herr Herbers, Sie waren dreißig Jahre lang bei den Grünen politisch aktiv, seit 2009 sind Sie Mitglied der Piraten-Partei. Ist das eine Abkehr von alten Idealen?

Hans Immanuel Herbers: Ich sehe darin einen konsequenten Weg, weil für mich das Prinzip der Freiheits- und Bürgerrechte immer im Zentrum meines politischen Engagements stand.

Inzwischen sprechen Sie von »grüner Zwangsbeglückung«.

Herbers: Ja, das ist leider eine Richtung, in der die Grünen immer stärker gegangen sind. Man versucht das, was man für politisch gut, richtig und korrekt hält, mit obrigkeitsstaatlichen Mitteln durchzusetzen: Wo ein Problem ist, muss ein Gesetz her, das dieses Problem regelt und limitiert. Das ist obrigkeitsstaatliches Denken. Die Grünen fordern jetzt in Nordrhein-Westfalen flächendeckend Tempo 120. Haben sie das durchgesetzt, wird die Forderung nach Tempo 100 kommen und so weiter.

Sie sehen in den Piraten Vertreter eines liberalen Freiheitsverständnisses?

Herbers: Ja. Ein liberales Freiheitsverständnis prägt auch unser Grundgesetz. Das Grundgesetz ist der Versuch einer Abkehr vom altpreußischen Obrigkeitsstaat und eine Hinwendung zu traditionell westlichen Ideen von Freiheit und Liberalität.

Für viele liegt es durchaus in der Tradition eines liberalen Freiheitsverständnisses, wenn die Piraten sich für eine Trennung von Kirche und Staat aussprechen, die Privilegierung der Kirchen beenden wollen und den staatlichen Einzug der Kirchensteuer ablehnen. Teilen Sie als Pfarrer diese Positionen?

Herbers: Hier in Nordrhein-West