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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2012
Wer war Jesus?
Die neuen Einsichten der Bibelforscher
Der Inhalt:

Der Sieg des Massenmörders

Anders B. will in die Medien kommen, seine Strategie geht auf

Stell dir vor, der Massenmörder Anders B. sitzt vor Gericht und keiner schaut zu: Diese Hoffnung ging leider nicht in Erfüllung. Immerhin: Die online-Ausgabe der norwegischen Tageszeitung Dagbladet bietet ihren Usern einen Knopf an, mit dem sie sämtliche Nachrichten über Anders B. ausblenden können.

Ganz anders verfuhren leider die meisten europäischen Medien, auch die deutschen. An jedem Gerichtstag stellten sich Journalisten in die 200 Meter lange Schlange vor dem Gericht in Oslo. Unter Verweis auf das hohe öffentliche Interesse bildeten sie den Massenmörder nach seinem ersten Auftritt vor Gericht teilweise in triumphaler Pose ab und stellten minutiös seine krude Weltsicht dar, mit der er den Mord an 77 Menschen rechtfertigte.

Natürlich hat die Öffentlichkeit ein Recht darauf, zu erfahren, was in diesem Prozess gesagt wird. Doch die üppige Berichterstattung, die fotografische Darstellung seiner brutalen Posen besorgten letztlich das Geschäft des Massenmörders. Von Selbstliebe beherrscht und ohne jede Empathie für die Opfer verfolgt er in diesem Prozess klare Ziele: Zum einen will er auf keinen Fall als »unzurechnugsfähig« erscheinen, sondern als bewusst handelnder Stratege. Zum anderen will er möglichst vielen Menschen seinen Hass auf Muslime nahebringen – und diese als Gefahr für das Abendland brandmarken. Viele Medien haben ihn dabei unfreiwillig, aber tatkräftig unterstützt. Wer die Berichte verfolgte, muss von einem Sieg des Massenmörders sprechen. Wie schockierend muss das für die Hinterbliebenen der Opfer und die Verletzten sein?

Es mag im Kampf um Einschaltquoten und Auflagen absurd klingen: Doch bei einem narzisstischen Täter wie An