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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2012
Wer war Jesus?
Die neuen Einsichten der Bibelforscher
Der Inhalt:

Kranke Rechnung

Der Traum von der lukrativen privaten Uniklinik ist ausgeträumt

Der Traum von der erfolgreichen Privatisierung einer Universitätsklinik ist ausgeträumt. Vor sechs Jahren übernahm die börsennotierte Rhön-Klinikum AG die Universitätskliniken Gießen und Marburg. Jetzt fordert die Rhön-AG vom Land Hessen Investitionszuschüsse und signalisiert, ohne diese das Universitätsklinikum nicht erfolgreich weiterführen zu können. Während die Rhön-AG aktuell vor der Übernahme durch den DAX-Konzern Fresenius steht, wird in Marburg und Wiesbaden über einen Rückkauf des Klinikums durch das Land diskutiert.

Das Desaster wurde deutlich, als die Rhön-AG eine neue Sparrunde ankündigte und zum dritten Mal in drei Jahren die Geschäftsführung des Klinikums auswechselte. Das Projekt, zwei Unikliniken zu fusionieren, sie auf betriebswirtschaftliche Füße zu stellen und dann sechs Prozent Rendite damit zu erwirtschaften, ist gescheitert.

Das einzig Gute am Privatisierungsfiasko in Mittelhessen: Es wird deutlich, dass man mit Universitätskliniken, die der Forschung und Lehre, der Versorgung Schwerstkranker, der Förderung des Nachwuchses verpflichtet sind, weder kurz- noch mittelfristig hohe Renditen erzielen kann.

Zugegeben, die Rhön-AG hat realisiert, was das Land Hessen und die früheren Klinikgremien verschleppt hatten: Die Sanierung der Kliniken. Neubauten in Gießen und Marburg wurden fristgerecht und zu überschaubaren Kosten realisiert, schneller und günstiger, als dies die öffentliche Hand fertiggebracht hätte. Doch zu welchem Preis: Die Arbeitsbelastung des Personals steigt und steigt, erfahrene Ärzte verlassen das Klinikum, weil sie die Renditeorientierung nicht mehr mit ihrem ärztlichen Gewissen ver