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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2018
Ganz allein
Wie Einsamkeit Mensch und Gesellschaft krank macht – und wie man sie heilen kann
Der Inhalt:

Wenn Atheisten Bischöfe ernennen

Lange ignorierte der Vatikan die neue Weltmacht China. Nun weiß er nicht, wie er mit dem Regime in Peking umgehen soll

Als Karol Wojtyla 1978 zum Papst gewählt wurde, war nicht nur die Jahrhunderte währende italienische Sukzession auf dem Stuhl Petri gebrochen, Johannes Paul II. brach auch mit der Ostpolitik seiner Vorgänger. Namentlich Erzbischof Agostino Casaroli, eine Art Außenminister des Heiligen Stuhls, hatte für eine auf Diplomatie ausgerichtete Haltung gegenüber den kommunistischen Staaten des Warschauer Pakts gestanden.

Diese Strategie änderte sich mit Johannes Paul II. radikal. Der Ex-Kardinal von Krakau trotzte den kommunistischen Machthabern, wenn es darum ging, verbliebene Freiräume für die katholische Kirche in Polen zu verteidigen. Viele Historiker sehen in seiner harten Haltung einen Grund dafür, dass das Sowjetreich mit seinen Vasallenstaaten zusammenbrach und der Kalte Krieg ein Ende fand.

Heute steht der Vatikan wieder vor der Frage: Wie halte ich es mit diktatorischen Systemen? Wieder ist es ein kommunistisches Regime – wenn auch eigner Prägung –, das der Kirche das Leben schwermacht: die Regierung in Peking. Im Umgang mit China steht ein Papst erneut vor der Entscheidung: Wandel durch Annäherung oder harte Konfrontation?

Anhänger des auf Widerstand setzenden Wojtyla-Lagers sehen Papst Franziskus zu weit der Casaroli-Schule verpflichtet. Er vertraue zu sehr dem Dialog, fürchten sie. Benedikt XVI. hatte ein Abkommen mit China noch abgelehnt. Er sei der Meinung gewesen, es bringe den geschätzt 13 Millionen Katholiken dort nicht mehr Freiheit, sondern fördere ihren Untertanengeist. Zudem riskiere eine Übereinkunft mit Peking die guten Beziehungen zu Taiwan, der ersten und bisher einzigen chinesischen Demokratie. Außerdem sei sie ein Verrat an jenen, die in der Untergrundkirche