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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2018
Ganz allein
Wie Einsamkeit Mensch und Gesellschaft krank macht – und wie man sie heilen kann
Der Inhalt:

Gottes Schönheit und Dunkelheiten

Wie geht es weiter zwischen Islam und Christentum? Fragen an den Theologen Klaus von Stosch. Sein Dialogbuch mit dem Islam wurde in Teheran von Staatspräsident Hassan Rohani mit dem iranischen Staatspreis ausgezeichnet

Publik-Forum: Ihr Buch »Herausforderung Islam« wurde mit dem höchsten Buchpreis des Irans ausgezeichnet, überreicht durch Staatspräsident Rohani. Wie kam es dazu?

Klaus von Stosch: Ich stehe seit vielen Jahren in einem intensiven Austausch mit iranischen Theologinnen und Theologen. Denen gefällt meine Arbeit offenkundig – und ihre Drähte reichen bis in die Staatsspitze. Ich bin nach Teheran gereist. Dort wurde mir in einem feierlich geschmückten Saal der Preis überreicht.

Ist Ihnen nicht mulmig dabei, einen Preis von einem autoritären Regime zu erhalten?

Von Stosch: Ich habe einige Zeit überlegt, ob ich ihn annehme. Dann habe ich mich dafür entschlossen, da der Preis ja nicht vom Chef des Revolutionsrats und der Hardliner, Ali Chamenei, sondern vom aufgeschlossenen Staatspräsidenten Hassan Rohani vergeben wird.

In Deutschland schwelt – wieder einmal – die Debatte, ob »der« Islam zur hiesigen Kultur gehöre. Was sagen Sie als Theologe dazu?

Von Stosch: Ich finde es sehr seltsam, wie man einerseits auf die Idee kommen kann, dass die Muslime in Deutschland schon dazugehören, der Islam jedoch nicht. Diese Rechnung, die von Bundesinnenminister Horst Seehofer und ähnlichen Politikern aufgemacht wird, überzeugt nicht. Sie zielt auf Ausgrenzung. Man kann den Islam ja nicht trennen vom gelebten Glauben der Muslime in Deutschland. Konsequenterweise müssten die Ausgrenzer vertreten, dass die Muslime nicht zu Deutschland gehören. Dies höre ich in der akt