Zur mobilen Webseite zurückkehren
Schriftgröße ändern:

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2018
Ganz allein
Wie Einsamkeit Mensch und Gesellschaft krank macht – und wie man sie heilen kann
Der Inhalt:

Wie gründe ich eine Gemeinde?

Ein Mutmachbuch gegen die wachsende Depression in den Kirchen

Im Jahr 2004 kam es im Bistum Aachen zum großen Knall: Im Bistumshaushalt tat sich ein Defizit von rund fünfzig Millionen Euro auf. Das bedeutete: Alle großen, vom Bistum entworfenen Seelsorgepläne wurden eingestampft. Es war zugleich die Stunde innovativ denkender junger Leute. Einige von Taizé begeisterte Jugendliche aus Aachen machten aus der Not eine Tugend und gründeten, begleitet von dem Pastoralreferenten Florian Sobetzko, in einem leerstehenden Büroraum auf zwanzig Quadratmetern eine »Mikrojugendkirche«. Die Gemeinde erhielt Zulauf. Heute firmiert das Projekt kafarna:um als offizielle Jugendkirche des Bistums.

»Genauso muss man das machen! Einfach anfangen!« Das ist die Botschaft, die Sobetzko zusammen mit dem Bochumer Pastoraltheologen Matthias Sellmann weitergeben will. Sie sind überzeugt: Die Situation der Unsicherheit und Ungewissheit, in der sich die Kirchen derzeit befänden, sei geradezu der Humus für Neugründungen jeder Art. Sellmann und Sobetzko gehören zu einer Generation von Kirchenreformern – oder besser: Kirchenerneuerern –, die Erneuerung »von unten« denken, also von der Idee des allgemeinen Priestertums aller Gläubigen. Zugleich aber möchten sie die Kirchenleitungen mit ins Boot nehmen – und haben dort auch Unterstützer gefunden.

Ihre Erfahrungen und Anregungen haben sie zusammen mit anderen Autoren in einem »Gründer*innen-Handbuch für pastorale Start-ups und Innovationsprojekte« zusammengefasst. Bemerkenswert ist, dass sie Ökonomie und Theologie konsequent zusammendenken. Auf 450 Seiten bereiten sie didaktisch hervorragend Ergebnisse aus der Unternehmer- und Managementforschung für die kirchliche Situation auf. Man sollte sich dabei vom »Wirtschafts-Sprech« nicht schrecken lassen