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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2017
Die zerrissene Gesellschaft
Was tun gegen den Rechtspopulismus?
Der Inhalt:

Warum Sozialwahlen?

von Wolfgang Kessler vom 28.04.2017
Nachgefragt: Was tun die Gremien, die wir wählen? Fragen an den Sozialexperten und Kandidaten Hannes Kreller

Publik-Forum: Herr Kreller, ich habe gerade die Unterlagen für die Sozialwahl bei einer großen Ersatzkasse bekommen. Warum soll ich mich daran beteiligen?

Hannes Kreller: Vielleicht wollen Sie ja Einfluss darauf nehmen, was mit Ihren Beiträgen gemacht wird.

Gerne, aber sind denn nicht alle wichtigen Aufgaben von Renten- und Krankenkassen schon gesetzlich geregelt?

Kreller: Natürlich setzt der Staat den politischen Rahmen – aber: die Kassen füllen diesen Rahmen eigenständig aus. So entscheiden die Sozialwahlen über die Besetzung der Verwaltungsräte. Diese bestimmen dann darüber, welche Leistungen bei den Krankenkassen über die gesetzlichen Vorgaben hinaus gewährt werden.

Worum geht es da zum Beispiel bei den Krankenversicherungen?

Kreller: Die Verwaltungsräte prüfen zum Beispiel die Qualität der Versorgung vor Ort und schauen, wie das Serviceangebot gestaltet wird. Es ist wichtig zu fragen, ob mehr Geld für Werbung eingesetzt wird oder ob in Präventionsmaßnahmen investiert und das Serviceangebot verbessert wird. Die Selbstverwaltung entscheidet auch darüber, ob das Unternehmen ausbildet. Wichtig sind auch persönliche Anliegen der Versicherten. Sind sie unzufrieden mit Bescheiden der Krankenkassen, wird das in Widerspruchsausschüssen geklärt.

Und in der Rentenversicherung?

Kreller: Da geht es beispielsweise darum, die Qualitätsstandards von Reha-Maßnahmen zu überprüfen und sie mit den Angeboten von privaten Anbietern zu vergleichen. Ehrenamtliche Versichertenberater der Rentenversicherung unterstützen die Bürger bei der Beantragung der Altersrenten. Dadurch sind die Sozialversicherungsträger näher am Menschen.

Sie kandidieren für die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung. Wozu braucht es eine eigene Liste kirchlicher Sozialverbände?

Kreller: Bei den Sozialwahlen treten keine Parteien an. Auf der einen Seite gibt es Listen von Gewerkschaften und Arbeitnehmervereinigungen. Andere Listen betonen ihre Unabhängigkeit von Gewerkschaften oder sie geben sich durch ihren Namen eine besondere Nähe zur jeweiligen Krankenkasse. Wir – die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung,

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