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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2017
Die zerrissene Gesellschaft
Was tun gegen den Rechtspopulismus?
Der Inhalt:

Mit rechten Populisten reden?

vom 28.04.2017
»Bloß nicht!«, sagen die einen. »Doch, unbedingt!«, meinen die anderen. Es kommt wohl auf die Umstände an ...

Christian Staffa

»Mit manchen Rechtspopulisten muss man selbstverständlich reden – auch öffentlich. Deshalb, weil bei einem substanziellen Teil unserer Bevölkerung antisemitische, rassistische oder sexistische Einstellungsmuster zu finden sind. Je nach Untersuchung ist von Zahlen zwischen zehn und fast fünfzig Prozent auszugehen. Diese Einstellungen finden sich in allen politischen Parteien, in allen Gesellschaftsschichten und natürlich auch in den Kirchen. Ganz gleich, ob wir sie als Vorurteile, als Globalisierungsangst oder »White-Privileges«-Verteidigung verstehen: Es gibt in Kreisen, die privilegiert sind, keine Unschuld. Deshalb gibt es für die Mitglieder der christlichen Kirchen – die sich historisch nicht gerade durch antikoloniale, antisexistische oder antisemitismuskritische Geisteshaltungen ausgezeichnet haben – eine Verpflichtung, diese Herrschaftsmechanismen in den Herzen und Köpfen von Menschen mit solchen Einstellungen zu bekämpfen. Die Mittel dazu sind auf die jeweilige Situation abzustimmen. Da gibt es nicht den einen einzigen richtigen Weg. Zentral ist aber, Menschen mit Argumenten von Ressentiments abzubringen.

Ganz sicher ist eine grundsätzliche Gesprächsverweigerung mit Rechtspopulisten, zum Beispiel mit AfD-Funktionären, der falsche Weg. Allerdings gibt es Grenzen des Diskutierbaren: Holocaustleugnung etwa – oder die Forderung, an den deutschen Grenzen gegen Flüchtlinge von der Waffe Gebrauch zu machen.«

Christian Staffa, geboren 1959, evangelischer Theologe, ist Mitglied im Sprecherrat der BAG K+R.

Stephan Bickhardt

»Mit den Anhängern rechtspopulistischer Ideologie muss mit beiden Instrumenten der Konfliktbearbeitung umgegangen werden: Dialog und klare Kante, das heißt Gegendemonstration. Das sind die beiden Momente, die in Leipzig dazu geführt haben, dass es keine Legida-Proteste mehr gibt.

Jetzt muss die Aufmerksamkeit auf die AfD gelenkt werden, weil diese Partei das Fundament unserer freiheitlichen Grundordnung infrage stellt. Sie verharmlost Krieg und deutsche Schuld, spricht von dem Kriegsschuldmäntelchen. Gewerkschaften, Kirchen und Parteien müssen eine gemeinsame Sprache gegen diesen Rechtspopulismus finden, der im Übrigen auch wirtschaftlich schädlich i

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