Der Traum von der Genügsamkeit
Bei der Schlüsselübergabe vor sechs Jahren war ihr ziemlich mulmig, gesteht Gabriele Wende. Natürlich habe sie das keinem gesagt. Aber gedacht habe sie schon: »Die jungen Leute übernehmen sich hier.« Die 59-Jährige mit dem grauen Bubikopf und dem roten T-Shirt, die ein Tulpenbeet jätet, hat sich auf die Harke gestützt. »Und nun inzwischen das«, sagt sie und zeigt in die Runde. Inmitten des grünen Parks, dem wohl schönsten in der Elbestadt Magdeburg, stehen ein altes renoviertes Gärtnerhaus, das heute Wohnhaus ist, ein angrenzendes schmuckes Café mit Holzverkleidung, Schuppen, zwei bunte Bauwagen. Die Wiese ist abgetreten, denn vor wenigen Tagen erst fand ein Flohmarkt statt. Familien, aber auch Singles, die im Herrenkrugpark unterwegs waren, strömten herbei. Was andere aussortiert hatten, konnte man erstehen. Das grüne Tor war weit geöffnet für jedermann. Wie so manches Mal, wenn die junge Genossenschaft einlädt.
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