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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2019
Rebellion der Zukunft
Retten uns die Schüler?
Der Inhalt:

Sozialprotokoll: »Wir wissen gar nichts«

Der Engländer Jonathan Redford (31) möchte mit seiner deutschen Freundin Sara zusammenleben. Der Brexit überschattet ihre Zukunft

Als wir Briten im Sommer 2016 über den Brexit abstimmten, ahnte ich noch nicht, wie sehr dieses Referendum mein Leben überschatten würde. Viele meiner sozialistischen Freunde in England haben damals für den Austritt gestimmt, weil sie die unsoziale Politik der Europäischen Union ablehnten. Die EU hat oft bewiesen, dass sie kein Freund der Arbeiter ist. Sie hat Länder wie Griechenland und Spanien unter Druck gesetzt, ihren Staatshaushalt auf Kosten der Armen zu sanieren. Auch die Abwehr der Flüchtlinge an den europäischen Außengrenzen fanden meine Freunde zynisch. Als Sozialist und Mitglied der Labour-Partei konnte ich diese Argumente gut nachvollziehen, habe aber trotzdem für »Remain«, den Verbleib in der EU, gestimmt. Denn ich glaube nicht, dass Großbritannien ohne die EU irgendeine Rolle in der Welt spielen kann – außer vielleicht als Hündchen von Donald Trump und den USA.

Ich komme aus Crowborough an der Südküste. Das ist eine schöne grüne Gegend, die vielen durch Urlaube im nahe gelegenen Brighton, aber auch durch »Winnie the Pooh« bekannt ist, den beliebten Bären aus dem Kinderbuch von Alan Milne. In London habe ich dann Jura und Internationales Recht studiert und danach in Lewes in der Regionalregierung gearbeitet. Ich bin immer gern gewandert, und beim »Hillwalking« mit einer Studentenorganisation habe ich vor fünf Jahren Sara kennengelernt, meine deutsche Freundin, die gerade ein Auslandssemester in England machte. Da war vom Brexit noch nicht die Rede.

Irgendwann war uns klar, dass wir zusammenbleiben wollen. Und weil Sara so an ihrer Familie und den Freunden hängt und sich nicht vorstellen kann, für immer in England zu leben, habe ich na