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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2019
Rebellion der Zukunft
Retten uns die Schüler?
Der Inhalt:

Offenbarungseid im Schwörsaal

Ein so großes Interesse für theologische Fragen ist selten – und kostbar: Um bei einer Diskussion über Eucharistie mit Bischof Gebhard Fürst dabei sein zu können, warteten schon eine Dreiviertelstunde vor Beginn über hundert Christen vor dem Schwörsaal in Ravensburg. Rund 400 Protestanten und Katholiken drängten sich schließlich in den historischen Saal. Das Gespräch hatte einen brisanten Anlass. Denn in der »Ravensburger Erklärung« haben sich Ravensburger Katholiken und Protestanten 2017 gegenseitig zu Kommunion und Abendmahl eingeladen. Die Erklärung war von den Geistlichen der evangelischen und der katholischen Kirche in Ravensburg, dem Oberbürgermeister sowie von vielen hundert Christen unterzeichnet worden. Es war der Höhepunkt einer großen bewegenden ökumenischen Mahlfeier, bei der Tische und Bänke 400 Meter quer durch die Stadt aufgereiht waren, von der evangelischen Stadtkirche bis zur katholischen Liebfrauenkirche. Im Bistum Rottenburg-Stuttgart schwieg man zunächst. Doch nach etwa einem Jahr untersagte Bischof Fürst von katholischer Seite aus die allgemeine Einladung zur Eucharistie. Nun kam er nach Ravensburg, um sich vor Ort dem Gespräch zu stellen.

»Unsere Erwartungen im AK Kirche lädt ein an ein bischöfliches Entgegenkommen zur Forderung einer Einladung an alle Christen zu Abendmahl und Eucharistie sind hoch«, sagte die junge Juristin und Ökumene-Aktivistin Ronja Leopold zu Beginn. Doch dann prallten Welten aufeinander. Bischof Fürst machte schnell klar, dass er nicht bereit ist, die Ravensburger Erklärung zu unterstützen. Zwar seien sich »die katholische und die evangelische Kirche in vielem einig«, sagte er in einer halbstündigen Rede, »aber wir sind trotzdem noch nicht in Ki