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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2019
Rebellion der Zukunft
Retten uns die Schüler?
Der Inhalt:

Mehr Gerechtigkeit wagen

Die Abstände zwischen Top-Verdienst und Normaleinkommen sind größer als je zuvor. Kritik daran wird gern als Neid-Debatte abgetan. Doch es geht um viel mehr

Kritik an Einkommen von Top-Managern, Großaktionären und Spitzensportlern wird gern als Neid-Debatte abgetan. Dabei geht es um viel mehr. Eine wachsende soziale Ungleichheit ist gefährlich. Sie untergräbt die Fundamente einer Gesellschaft, die ohnehin verunsichert und von Zukunftsangst geplagt ist.

So gesehen war 2018 kein gutes Jahr. Die reichste Frau Deutschlands, Susanne Klatten, hat als BMW-Miteigentümerin allein 504 Millionen Euro an Dividende kassiert, ihr Bruder Stefan Quandt sogar 622 Millionen Euro. Der Formel-Eins-Rennfahrer Sebastian Vettel hat 37 Millionen Euro verdient – mehr als 2000-mal den gesetzlichen Mindestlohn. Und die Bezüge der Chefs aller Dax-Konzerne stiegen 2018 um 3,6 Prozent, obwohl die Erträge ihrer Unternehmen insgesamt um 0,1 Prozent gesunken sind. Der reichste unter ihnen, Stefan Heidenreich von der Beiersdorf AG verdiente mit 23,45 Millionen Euro weit mehr als 1000-mal so viel wie jene, die vom gesetzlichen Mindestlohn leben müssen. Die Deutsche Bank hat trotz Krise mit 55,7 Milliarden Euro knapp doppelt so viel an Boni ausgeschüttet wie 2017. Bei ihr arbeiten 643 Einkommensmillionäre.

Klar, es gibt durchaus Gründe für diese Zuwächse: Klatten und Quandt sind Aktieneigner von BMW, in schlechten Jahren tragen sie vielleicht Verluste. Spitzensportler sind Hauptdarsteller auf Märkten mit viel Geld, sie holen sich ihren Anteil. Und die Deutsche Bank argumentiert, sie brauche die besten Leute für den Weg aus der Krise – und die seien eben teuer.

Trotzdem sind so hohe Abstände zwischen Spitzenverdienern und Normal-Arbeitnehmern moralisch fragwürdig, ökonomisch sinnlos und gesellschaftlich gefährlic