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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2019
Rebellion der Zukunft
Retten uns die Schüler?
Der Inhalt:

»Auf den Teller statt in die Tonne«

Der Hotelier Christian Mittermeier kocht einen Monat lang mit Nahrungsmitteln, die sonst weggeschmissen würden

Mich nervt schon lange, wie acht- und lieblos Verbraucher, Gäste, Industrie und Handel mit Lebensmitteln umgehen. Ich bin auch nicht einverstanden mit der inflationären Verwendung des Begriffs Nachhaltigkeit. Mit dieser Blenderei à la »Wir lieben Lebensmittel«, mit der Unaufrichtigkeit auch vieler Verbraucher. Sie wollen keine Lebensmittelskandale, sie möchten, dass das, was sie essen und trinken, umweltverträglich und ethisch korrekt erzeugt wird. Sie wissen aber, dass das zum Preis von 79 Cent für ein Kilo Möhren nicht geht. Und sie kaufen es trotzdem.

Wenn man mit Leuten redet oder ich mit unseren Gästen spreche, sagen viele: »Ich achte auf Qualität, ich kaufe nur Bio.« Doch die Zahlen sagen etwas völlig anderes. Viele zeigen gerne mit Fingern auf andere: Die Politik sollte, die Industrie sollte, der Handel sollte! Aber die wenigsten kapieren: Durch mein Kaufverhalten kann ich Dinge verändern.

Deshalb haben meine Crew und ich die Kampagne »Taste not Waste«, »Teller statt Tonne« gestartet. Vier Wochen lang kochen wir nur mit Gemüse, Fleisch, Fisch, Obst und Backwaren, die sonst weggeworfen oder zu Tierfutter oder Biogas würden. Mein Ziel dabei: zeigen, welch leckere Gerichte man daraus zaubern kann. Andere Köche haben angekündigt, dass sie sich anschließen wollen. Das freut mich und bestätigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich will dabei auch mit einigen Vorurteilen aufräumen. Manchmal kann es sinnvoller sein, Lebensmittel weit zu fahren oder sogar einfliegen zu lassen als regional einzukaufen. Dann nämlich, wenn der Spritverbrauch und die Umweltbelastung geringer sind als die Belastung durch das Heizen von Gewächshäusern. Ein anderes Beispiel: In Deutschland werden die Bauern nur nach