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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2018
Krone der Schöpfung?
Es ist Zeit für eine Grüne Reformation
Der Inhalt:

Wider den Zynismus

von Alexander Schwabe vom 13.04.2018
Ob Ostermärsche, Rettung der Bienen oder Veggie-Day: Die Frustrierten in Politik und Medien machen jede gute Idee madig

Zyniker gelten als cool. Alles lassen sie an sich abtropfen. In Wahrheit aber wird der Zyniker mit den Anforderungen des Lebens nicht fertig. Mit Häme versucht er, sich die Realität vom Leib zu halten. War der Kyniker der Antike einer, der die Welt und die Mächtigen herausforderte (Geh mir aus der Sonne, König!), so erlebt der Zyniker heute die Welt als übermäßige, ihn überfordernde Provokation.

Der Umgang mit Zynikern ist nicht leicht. Aus gutem Grund warnt das Buch der Psalmen gleich zu Beginn: »Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen, … noch sitzt, wo die Spötter sitzen.« Und umgekehrt: Weh dem, der da gegen Missstände aufsteht. Denn er muss mit der Niedertracht derer rechnen, die sich mit den (Unrechts-)Verhältnissen arrangiert haben. Muss in Kauf nehmen, verhöhnt zu werden. So entledigt der Verweigerer sich des Appells, der auch an ihn ergeht, selbst tätig zu werden. Lieber bringt er die guten Taten anderer in Misskredit.

Jüngstes Beispiel: Die Ostermarschbewegung bestach in diesem Jahr mit neuem Elan. Tausende, darunter viele junge Menschen, gingen bei mehr als hundert Demonstrationszügen auf die Straße. Gestärkt protestierten sie gegen den Wahnsinn deutscher Waffenexporte. Da versucht sie der Publizist Hugo Müller-Vogg via Twitter lächerlich zu machen. Zu jedem Bundesligaspiel kämen mehr Leute. Ungeachtet des unsinnigen Vergleichs, hat doch der Fußballfan als solcher nicht die Rüstungsindustrie im Visier und die sie fördernde Politik, sondern – bestenfalls in quasimilitärischer Manier – das gegnerische Team, dessen Sturm er ausgeschaltet und dessen Abwehr er überrannt sehen will.

Welch’ giftige Kommentare mussten sich anfangs jene anhören, die auf das Bienensterben hinwiesen? Sie seien wohl ihrer Kinderzeit mit Biene Maja noch nicht entwachsen. Inzwischen sind die dramatischen Folgen des Insektensterbens stärker ins Bewusstsein gerückt. Welche Spottlust brach sich Bahn, als es um den Veggie-Day ging? Klar wollen sich die wenigsten vorschreiben lassen, was sie zu essen haben – nicht einmal vom Arzt, sonst wären wesentlich mehr Menschen gesünder, als sie sind. Doch die Argumente für weniger Fleischverzehr zum Wohl des Einzelnen und der Allgemeinheit sind schlagend und Teil eines nachhaltigeren Umgangs mit der Natur. Unerträglich und nicht zu überbieten war der Zynismus im Fall der in Freiburg von einem afghanischen Flüchtling ermordeten Studentin Mar

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