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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2016
Eine Stadt sucht Heilung
Brüssel nach dem Terror
Der Inhalt:

Worüber reden wir eigentlich?

Zwanzig Atombomben in der Eifel und kaum jemand regt sich auf

Während die Öffentlichkeit Tag für Tag gebetsmühlenartig die Frage wiederholt, wie viele Flüchtlinge das Land verträgt, fragt kaum jemand danach, wie viele Atombomben es verkraftet. Immerhin waren sie Thema der Ostermärsche. Und der Protest geht weiter: Mit Mahnwachen an den Haupttoren des Bundeswehrstandorts Büchel, zwanzig Kalenderwochen lang.

Denn genau so viele US-Atombomben sind dort gelagert. Aufgerufen dazu haben die Kampagne »Büchel ist überall – atomwaffenfrei jetzt« und IPPNW, die Ärzte gegen Atomkrieg. Jeder und jede kann mitmachen: bei der Mahnwache je einen Tag in der idyllischen Eifel. Wie viele werden das tun? Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage von IPPNW haben sich 85 Prozent der Deutschen für den Abzug der Waffen ausgesprochen. »Wir müssen endlich den Wahnsinn stoppen«, sagt Philipp Ingenlauf, der die Kampagne koordiniert. Und das ist es in der Tat: ein Wahnsinn, gegen den viel zu wenig protestiert wird. Dabei hatte der Bundestag im März 2010 die Bundesregierung aufgefordert, »sich gegenüber den amerikanischen Verbündeten mit Nachdruck für den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland einzusetzen«. Bekanntlich ist das Gegenteil passiert. Im letzten Herbst gab die Bundeskanzlerin grünes Licht für die Modernisierung. Die alten Atombomben sollen durch neue vom Typ B 61-12 ersetzt werden, mit einer 80-fachen Sprengkraft der Hiroshima-Bombe. Entgegen dem Willen des Parlaments will die Bundesregierung 112 Millionen Euro in den Bundeswehrstandort Büchel investieren. All das verstößt nicht zuletzt gegen den von Deutschland unterzeichneten Atomwaffensperrvertrag.

Der Kalte Krieg der nuklearen Abschreckung indes geht weiter. Bleibt abzuwarten, ob die Zivilgesells