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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2019
Wahrheit
Auf der Suche nach einem Ideal
Der Inhalt:

Mord im Gotteshaus

von Michael Schrom vom 22.03.2019
Attentäter in sakralen Räumen handeln besonders perfide

Attentäter wählen den Ort ihrer Tat bewusst. Tim K., der vor zehn Jahren in Winnenden Mitschüler und Lehrerinnen erschoss, tat dies in der Schule, weil er, – so ein Erklärungsversuch – diesen Ort als demütigend erlebt hatte. Die Terroristen des 11. Septembers steuerten die Flugzeuge in das World Trade Center, weil es als Symbol des amerikanischen Kapitalismus galt. Wer eine Bombe in der U-Bahn explodieren lässt oder auf Café-Besucher feuert, sendet die Botschaft, dass Alltag und Genuss in dieser Stadt zu keiner Sekunde sicher sind.

Jeder Ort hat seine Aura. Deshalb ist der Tatort eines Massakers nicht nur mit unermesslichem Leid verbunden, sondern wird zum stummen Träger einer Botschaft. Wer in einem Gotteshaus tötet, demonstriert nicht nur seinen Hass auf die dort Betenden. Er sagt auch: Ich bin stärker als euer

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