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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2019
Wahrheit
Auf der Suche nach einem Ideal
Der Inhalt:

Nur die Leidtragenden stehen fest

Die bittere Erkenntnis aus dem Dauerdrama um den Brexit

In einer Woche wollte Großbritannien die EU verlassen. Doch das Brexit-Drama will kein Ende nehmen. Bisher stehen nur die Verlierer des politischen Gezerres fest: die einfachen Briten, Arbeiter und kleine Angestellte. Viele werden ihre Jobs verlieren, weil ihre Arbeitgeber Standorte auf der Insel schließen. Sie werden mehr für Lebensmittel ausgeben müssen, weil die zu rund vierzig Prozent aus dem Ausland importiert und künftig teurer werden. Und längst hat der Wegzug von ausländischem Pflegepersonal das marode Gesundheitssystem tiefer in den Sumpf gezogen.

Genau jene, die am meisten verlieren werden, haben vor zwei Jahren mehrheitlich für den Brexit gestimmt. Erstaunlicherweise verharren viele noch heute bei ihrer Entscheidung, obwohl ihnen die ökonomischen Folgen inzwischen klar sein dürften. Lässt sich diese Sturheit mit dem britischen Inseldenken, mit traditioneller Euroskepsis insbesondere der Engländer erklären? Sind sie wirklich nur Opfer gewissenloser Hasardeure wie Nigel Farage oder Boris Johnson, die beflügelt sind von alter Empire-Nostalgie und von der Casinomentalität, die das neue Londoner Börsenviertel ausstrahlt? Opfer jener, die sich vom Leben außerhalb der Hauptstadtblase abgekoppelt haben und selbst kaum von den Folgen des Brexits betroffen sind?

Egal, wie der Brexit ausgeht und wie lange sich der Prozess noch hinzieht – zwei unerfreuliche Erkenntnisse sind zu gewinnen: Den Befürwortern unter den Wählern scheint die Rückbesinnung aufs Nationale in Abgrenzung zu all dem, was Globalisierung genannt wird, so wichtig zu sein, dass sie durchaus bereit sind, dafür persönliche Nachteile in Kauf zu nehmen. Und: Die neuen Populisten haben trotz ihrer dreisten Lügen und unerfüllbarer Ver