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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2017
Angriff auf die freie Wahl
Wie Datenjäger die Demokratie gefährden
Der Inhalt:

Leserbriefe

Kein Alleinherrscher

Zu: »Wer ist Herr im Hirn?« (4/17, Seite 26-29)

Die Antworten sind die altbekannten. Gerhard Roth wiederholt seine Leugnung der Willensfreiheit und bekräftigt sein deterministisches Menschenbild. Dabei stellt sein Vortrag einen Widerspruch in sich selber dar, denn wenn alles determiniert ist, ist auch die Annahme eines freien Willens determiniert, und alles Argumentieren ist obsolet, weil dieses Argumentieren eine sich an Gründen orientierende, überlegen(d)e freie Persönlichkeit voraussetzt. Wer ist also »Herr im Hirn?« Es gibt dort keinen Alleinherrscher, sondern ein Kollektiv aus Anlagen, Erfahrungen, Prägungen und auch dem denkenden Ich des Menschen.

Wennemar Schweer, Rheda-Wiedenbrück

In dem Streitgespräch in Hofgeismar war leider kein Vertreter der empirischen Forschung zur Beziehung von Bewusstsein und Gehirn vertreten. So entsteht der Eindruck, als würde die Wissenschaft zur Frage der Beziehung von Bewusstsein und Gehirn nur von Gerhard Roth oder Wolf Singer repräsentiert. Das trifft aber in keiner Weise zu. Im Gegenteil ist deren These der Determiniertheit unseres Bewusstseins in allen seinen Dimensionen durch die physische Struktur des Gehirns durch empirische Forschung mit wissenschaftlicher Methodik längst widerlegt. Nur passen diese Ergebnisse nicht zum Mainstream, der durch die Neurologen und Hirnforscher dominiert wird. Helmut Ernst, Oberursel

Ich tue mich schwer mit der Vorstellung, dass sich im Laufe der Evolution beim Menschen das Gefühl eines freien Willens herausgebildet haben soll, wenn dieses ohne Selektionsvorteil nur eine funktionslos ablaufende »Begleitmusik« zu biochemisch determinierten Abläufen im Gehirn sein soll. Versuche zur Stützung des deterministischen Bildes von Gerhard Roth und Wolf Singer sind unter Naturwissenschaftlern heute hochgradig umstritten. Mit unserem Bewusstsein zusammenhängende Phänomene (Spontanheilungen, Placebo-Effekt) warten nach wie vor auf eine naturwissenschaftliche Erklärung, entziehen sich möglicherweise ganz einer solchen. Die Physik des zwanzigsten Jahrhunderts hat uns gelehrt, dass man mit Effekten rechnen muss, die quer zu

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