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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2017
Angriff auf die freie Wahl
Wie Datenjäger die Demokratie gefährden
Der Inhalt:

Glaube im Alter

von Michael Schrom vom 24.03.2017

Immer mehr Menschen verbringen ihren Lebensabend in einer Altenhilfeeinrichtung und sterben in einem Krankenhaus. In den Kirchen wird jedoch viel zu wenig darüber nachgedacht, welche neuen Fragen sich dadurch stellen: Glauben alte Menschen anders – und wenn ja, wie? Wissen die Kirchenverantwortlichen genügend um die spirituellen Bedürfnisse der Menschen am Lebensende? Und wie viel Geld und Personal investieren sie in eine zeitgemäße und sensible Begleitung in Heimen und Hospizen?

Es zeigt sich ein paradoxer Befund. Einerseits waren und sind viele Christen Vorreiter der Palliativbewegung, die sich um jene Fragen kümmert. Andererseits steht es mit der Seelsorge für Ältere nicht zum Besten. Eine Studie der philosophisch-theologischen Hochschule in Vallendar, die die Situation in katholischen Einrichtungen untersuchte, offenbart Erschreckendes: »Übereinstimmend gestehen 16 Bistümer und 16 Caritasverbände ein, dass sie über kein Grundlagenkonzept für ihre Altenheimseelsorge verfügen«, schreibt die Pastoraltheologin Doris Nauer in der Zeitschrift Diakonia. Man macht sich weder Gedanken darüber, welche Qualifikation und welches Charisma es für diesen besonderen Dienst braucht, noch gibt es ausreichend Angebote, in denen sich etwa interessierte Altenpflegerinnen für die Seelsorge weiterbilden können. Noch grundsätzlicher ist die Frage, was mit Seelsorge überhaupt gemeint sein soll in einer multireligiösen und hoch individualisierten Gesellschaft. Im Folgenden präsentieren wir Ihnen Überlegungen von zwei Persönlichkeiten, die sowohl theologisch darüber nachdenken als auch aus persönlicher Erfahrung heraus wissen, was es heißt, alte und sterbende Menschen zu begleiten.

In ihrem gerade neu aufgelegten Buch »Erlösung aus Prägung« (Junfermann Verlag) wirbt Monika Renz für ein neues Miteinander von Psychologie und Theologie. Dabei bringt sie scheinbar ausgemusterte theologische Begriffe wie etwa Reifung und Erlösung neu ins Gespräch mit psychologischen Phänomenen und Deutungen, wie etwa Prägung oder Urangst. Monika Renz vertritt die These, dass der Mensch gerade am Ende seines Lebens spirituell herausgefordert ist. Dabei können Reifungsprozesse angestoßen werden, die von belastenden Prägungen lösen. Das ist ein umstrittener, gleichwohl inspirierender Ansatz, gerade weil Renz dogmatische Engführungen meidet. Eine Klangreise und etliche Fallbeispiele verdeutlichen, worauf es vielen Menschen ankom

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