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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2016
Der neue Mensch
Jens Reich über Fluch und Segen der Gen-Medizin
Der Inhalt:

Kolumne von Anne Lemhöfer: Auf die Plätze, fertig, los

Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Trotzdem ist es immer gut, sich etwas vorzunehmen. Es ist einfach zu interessant, was dabei am Ende herauskommt. In meinem Fall war der Weg zur Hölle mit in den Boden gerammten Schildern gesäumt, auf denen Zahlen standen. Erst eine »1«, dann eine »2«, dann eine »3«, irgendwann eine »8« und so weiter. Bis »21«. Angeblich waren die Holzpflöcke jeweils einen Kilometer voneinander entfernt. Das konnte aber nicht stimmen, denn je länger ich rannte, desto klarer wurde: Jedes Schild war ein Stückchen weiter vom vorherigen entfernt.

Mein erster Halbmarathon zog sich furchtbar in die Länge. Heute bin ich mir allerdings sicher, dass die Strecke keinen Zentimeter länger war als die vorgeschriebenen 21,0975 Kilometer. Im Reich des ambitionierten Breitensports wird nicht geschummelt!

Und wartete am Ende die Hölle? Nein, keineswegs. Der Himmel? Wir wollen nicht übertreiben, aber schön war es, weswegen ich mir für 2016 hauchzart mit Bleistift in den Kalender geschrieben habe: »einen Halbmarathon laufen«. Ohne Datum, gibt ja genügend Gelegenheiten.

Es verändert sich allerdings einiges, wenn man das Laufen zu einer öffentlichen Angelegenheit macht, sprich: an Volksläufen teilnimmt. Was bislang ein nettes Freizeitvergnügen war, begleitet von alten »Element-of-Crime«-Liedern auf dem iPod, gepflegtem Lästern mit der Freundin und dem unvergleichlichen Plötzlich-gar-nicht-mehr-sauer-sein-Gefühl nach dem blöden Streit mit der Kollegin, wird jetzt Ernst.

Eine gewisse Freudlosigkeit schwingt schon beim Wort »Volkslauf« mit; es klingt nach Drill, kratzigen Leibchen und Turnvater Jahn. Vol