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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2013
Unser Papst?
Der Inhalt:

»Er hat sich verändert«

von Thomas Seiterich vom 22.03.2013
Was ist der ehemalige Kardinal Jorge Mario Bergoglio für ein Mensch? Fragen an Tere Carrillo,
die Gründerin des selbst organisierten Bildungswerks für Benachteiligte in Buenos Aires

Publik-Forum: Sie sind Kardinal Bergoglio persönlich begegnet?

Tere Carrillo: Ja, zweimal habe ich ihn getroffen in letzter Zeit. Er besuchte uns in Los Troncos de Talar in unserer Pfarrgemeinde Maria da Guadalupe, als wir uns mit den Mitarbeitern der »Red Comunitaria«, des Gemeindlichen Netzes, und den in unserer Region Tigre arbeitenden Priestergruppen trafen, um gemeinsam über die Arbeit mit ausgegrenzten Jugendlichen nachzudenken. Wir überlegten miteinander, was wir noch besser machen können, insbesondere mit den Jugendlichen, die von Crack und anderen Drogen abhängig sind oder die mit Crack handeln.

Publik-Forum: Wie erlebten Sie den Kardinal?

Carrillo: Aufmerksam, zugewandt. Bergoglio hat sich nicht aufgeplustert, sondern sich für unsere Arbeit wirklich interessiert. Er hat einfließen lassen, dass er unsere Arbeit in der Red Comunitaria hervorragend findet. Er hat beim Loben nicht übertrieben. Das gefiel mir.

Publik-Forum: Was ist die Red Comunitaria?

Carrillo:Vermutlich ist so etwas in Deutschland eher unbekannt. Unsere Red Comunitaria ist der Verbund verschiedener sozialer Dienste. Sie werden von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen unserer Pfarrei allen Leuten angeboten. Dazu zählt »Copa de Leche«, der »Becher Milch« – das ist ein Speisungsprogramm für Kinder, die zu wenig wiegen und hungern. In der Werkstätte »Taller Juan Diego« treffen sich behinderte Kinder und Jugendliche. Es gibt einen Kindergarten und einen Altentreff. »Mujeres 2000« heißt unser Büro für Frauenhilfe und Frauenbildung. Unsere mobilen Gesundheitszentren bieten Menschen Hilfe an, die keinen Zugang zu den teuren Privatärzten erhalten. »Nuestras Huellas«, »Unsere Fingerabdrücke«, heißt die von uns betriebene alternative Bank. Und dann gibt es noch die Pfarr-Caritas … Sie sehen, das alles machen die Pfarreien in den Armenvierteln Argentiniens, denn wir haben leider keinen Sozialstaat, wie ich ihn letztes Jahr auf einer Reise zu unseren Freunden in Deutschland erlebt habe.

Publik-Forum: Wie war Ihre Reaktion auf das Ergebnis der Papstwahl?

Carrillo: Erst konnte ich es nicht glauben. Dann habe ich mich riesig gefreut

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