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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2012
Gesellige Einzelgänger
Pilgern: Sich selbst auf der Spur – und vielleicht auch Gott
Der Inhalt:

Gebete gegen den Fluglärm

von Thomas Seiterich vom 04.05.2012
Christen bekämpfen den Ausbau des Münchner Flughafens

Evangelische und katholische Christen im Erdinger Moos kämpfen gewaltfrei Seit’ an Seit’: Sie wollen den drohenden Bau der dritten Startbahn am Münchner Flughafen verhindern. Die katholische Kirche besitzt Grundstücke rund um den Franz-Josef-Strauß-Airport. Diese will sie für den Bau der neuen Startbahn 3 nicht verkaufen. Eine Enteignung der Kirchen-Äcker durch den von einer schwarz-gelben Koalition regierten Freistaat Bayern wäre ein Politikum.

Es ist ein sonniger Tag, an dem der Rektor des Freisinger Doms, Rainer Böck, öffentlich zu einer Protestrede anhebt. Besorgte Bürger aus den Landkreisen Freising und Erding sind mit dem Priester nach München geeilt, um vor dem Rathaus der Landeshauptstadt gegen den Bau der »Startbahn 3« zu demonstrieren. Böck sagt: »Wir als Kirche teilen die Angst derer, die darum fürchten, beim Bau der dritten Start- und Landebahn ihre Heimat einzubüßen. Darum fordern wir die Verantwortlichen in den Ministerien auf, weiter zu überprüfen, ob es eine dritte Startbahn braucht. Wir sind der Meinung, es braucht sie nicht.«

Der Franz-Josef-Strauß-Airport nördlich von München im Erdinger Moos ist bereits jetzt der siebtgrößte in Europa. Doch er soll noch riesiger werden. Seit 1992 ist er in Betrieb, geplant waren von Beginn an vier Start- und Landebahnen. Aufgrund des stetigen und selbstbewussten Widerstandes wurden allerdings nur zwei gebaut, doch seit Sommer 2011 steht fest, dass eine dritte Landebahn gebaut werden soll.

Viele Anwohner müssen nun ihr Haus oder Grundstück verkaufen. Alle, die dableiben, werden dauerbeschallt, mit einem enormen Lärmpegel – achtmal höher als der heutige Fluglärmteppich rund um den Flughafen. Attaching und Lerchenfeld, zwei Stadtteile von Freising, würden von bis zu 500 Fliegern täglich in nur 50 bis 80 Metern Höhe überquert. Vermutlich würde auch der Freisinger Dom leiden. Der Dom aus dem 12. Jahrhundert bildet das Wahrzeichen der Bischofsstadt. Im Dom erhielt 1951 Joseph Ratzinger die Priesterweihe.

Pfarrer Michael Schlosser von der Freisinger Pfarrei Sankt Georg erklärt: »Ich glaube, dass es nicht notwendig ist, noch weiter so stark in die Schöpfung einzugreifen, wie es ein Flughafen tut. Da wird die Luft verpestet, da ist der Lärm entsprechend. Der Krach betrifft auch die Tiere. Und das im Erdinger Moos, das zum Teil Natu

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