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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2018
Der Kampf um den Sand
Die Gier nach dem Rohstoff bedroht Mensch und Umwelt
Der Inhalt:

Wenn Roboter Kriege führen

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 09.03.2018
Marcus Frei, Geschäftsführer einer Roboter-Firma, über Künstliche Intelligenz und die Gefahren autonomer Waffen

Publik-Forum: Es klingt wie ein Science-Fiction-Film: Roboter, die intelligenter sind als Menschen, übernehmen die Weltherrschaft. Vor solchen Szenarien warnen Wissenschaftler wie der Astrophysiker Stephen Hawking. Sind diese Sorgen vor der Künstlichen Intelligenz (KI) gerechtfertigt – oder ist das übertriebene Panikmache?

Marcus Frei: Wir haben es eher mit einem Hype zu tun. Was die Entwicklung der KI betrifft, stecken wir noch in der Anfangsphase. Solche Szenarien sind deshalb übertrieben. Beim Thema Künstliche Intelligenz muss man differenzieren. Sie ist nicht per se böse! KI ist Software, die sich selber fortschreibt, also lernfähig ist. So können Computer zum Beispiel Röntgenbilder analysieren; die Medizin ist ein positiver Anwendungsbereich Künstlicher Intelligenz. Es kann also nicht darum gehen, die Entwicklung von KI-Systemen zu verhindern. Die Anwendung ist der Knackpunkt! Gefährlich wird es im militärischen Bereich, wenn es um autonome Waffen geht.

Worin liegt die Gefahr bei diesen autonomen Waffen, den »Killer-Robotern«?

Frei: Die Gefahr besteht darin, dass Maschinen letztlich Entscheidungsfreiheit haben. Aufgrund von Algorithmen entscheiden sie ohne menschliches Zutun, ob und wen sie töten. Autonome Waffen gibt es schon längst, zum Beispiel Selbstschussanlagen, aber bisher sind sie halbautonom, weil es immer noch Menschen sind, die sie programmieren. In Russland wird bereits an humanoiden Robotern mit Waffen gebastelt, also solchen, die der menschlichen Gestalt nachempfunden sind. Und Südkorea hat an der Grenze zu Nordkorea bereits autonome Waffensysteme installiert, die »Feinde« automatisch erkennen sollen. Bei vollautonomen Waffen braucht es keine Fernsteuerung mehr, weil die Maschine über Algorithmen selbst eine Intelligenz entwickelt und eigenständig handelt. Das eröffnet vollkommen neue Möglichkeiten der Kriegsführung.

Der frühere Nato-Generalsekretär Anders Rasmussen sagte: »Wir sprechen nicht über eine Zukunftsvision, sondern die militärische Nutzung Künstlicher Intelligenz steht unmittelbar bevor.« Wann ist es so weit?

Frei: Vollautonome Waffensysteme, die komplett ohne menschliche Eingriffe agieren können, dürfte es hinter verschlossenen Türen bereits geben.

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